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Inhalt:

Kinder in der Trauer unterstützen

Kinder in Trauer

"Kinder können spielend in einer Tätigkeit versinken, sie vergessen alles um sich herum, sie tauchen ein in die Welt der Fantasie und kommen so zu sich selbst."

Trauer, Leid und Tod zu bewältigen ist eine Herausforderung und ein Lernprozess. Jeder Mensch macht schon früh Verlusterfahrungen: bei der Geburt oder beim Eintritt in die Krabbelgruppe, in den Kindergarten oder die Schule. Der Umgang mit Verlust, Tod und Trauer ist geprägt von verschiedenen Einflussfaktoren.

Welche Gemeinsamkeiten sich bei Kindern abhängig vom Alter dennoch feststellen lassen und welchen Zugang Kinder zu Spiritualität haben, fasst Prof. Dr. Silvia Habringer-Hagleitner von der Privat Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz zusammen.

 

 Einflussfaktoren für Kinder

 Entwicklung des Todeskonzeptes bei Kindern und Jugendlichen

 Spiritualität von Kindern und Jugendlichen

​​ Spirituelle Intelligenz von Kindern

 

Einflussfaktoren für Kinder

 

Gesellschaftlich-kulturelle Bedingungen

  • Verdrängung oder Integration von Krankheit und Tod in Vorstellung von gelungenem Leben
  • Vorherrschende Menschenbilder: Was ist normal? Was ist erstrebenswert? Was macht glücklich?
  • Welche Würde und welchen Platz haben kranke und sterbende Menschen in einer Gesellschaft?

Familie und nächste Umgebung

  • Was leben Erwachsene vor?
  • Welche Gesprächskultur herrscht in der Familie?
  • Welche Vorerfahrungen hat eine Familie mit Krankheit und Tod bereits gemacht?
  • Ist die Familie spirituell verankert bzw. hat sie einen Bezug zu Religion und Spiritualität?
  • Gibt es Jenseitsvorstellungen in der Familie, wenn ja welche?

Persönlichkeit und Entwicklungsstand des Kindes

  • Emotional-kognitiver Entwicklungsstand
  • Ausdrucksfähigkeit des Kindes
  • Bisherige Auseinandersetzung mit dem Thema Tod (in der Familie oder im Religionsunterricht)
  • Spiritualität des Kindes
  • Persönlichkeitstyp

 

Entwicklung des Todeskonzeptes bei Kindern und Jugendlichen

 

Jedes Kind erlebt Vergänglichkeit, Abschied und Tod aber jedes Kind erlebt es anders. Dennoch lassen sich gewisse Gemeinsamkeiten abhängig vom Alter des Kindes feststellen:

  • Bei Kindern bis zu zwei Jahren ist der Tod kaum begreifbar. Tod bedeutet lediglich eine Abwesenheit für kurze Zeit, weil die Endgültigkeit nicht verstanden werden kann.
  • Bei Kindern zwischen drei und fünf Jahren wird der Tod mit Bewegungslosigkeit (vergleichbar mit Schlaf) verbunden. Für Kinder dieser Altersgruppe entspricht tot sein einem zeitlich begrenzten Zustand der rückgängig gemacht werden kann.
  • Für Kinder zwischen sechs und neun Jahren ist bereits ein realistischer Zugang zum Thema Tod und Sterben möglich: sie lernen, dass Tote weder atmen noch essen noch fühlen und stellen Fragen nach Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen. In diesem Alter nimmt das Interesse für das Geschehen nach dem Tod zu und erste Gedanken zum Thema Leib und Seele tauchen auf. Etwa ein Drittel der fünf- bis neunjährigen Kinder personifizieren den Tod und versuchen ihn sich konkret vorzustellen („man kann vor dem Tod fliehen“).
  • Bei Kindern bzw. Jugendlichen zwischen zehn und vierzehn Jahren nähert sich die Todesvorstellung allmählich jenen der Erwachsenen an. Sie entwickeln eine stärkere Empathiefähigkeit für Trauernde, beginnen ihre Trauer selbst zu gestalten und entwickeln eigene Trauerrituale. Der Tod wird mehr und mehr als unausweichliches und abschließendes bzw. endgültiges Ereignis wahrgenommen.
  • Jugendliche fangen schlussendlich an ihre Vorstellung vom Tod zu überdenken und neu zu ordnen. Im schulischen Kontext vergleichen sie ihre eigene Vorstellung mit den „großen“ Ideen der Religionen und philosophischen Schulen. Lebensthemen wie Sinn, Schuld, Werte oder Zukunft sind zentral in der Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Tod.
Quelle: Beschreibung angelehnt an kognitionspsychologische Erkenntnisse von Jean Piaget
 

 

Spiritualität von Kindern und Jugendlichen

 

Kinder haben einen starken und unmittelbaren Zugang zu Spiritualität. Sie wissen, was ihnen heilig ist bzw. haben ein ausgeprägtes Gespür für Wertvolles und bringen spirituelle Kompetenz in ihre jeweilige Lebenslernprozesse mit. Die Spiritualität der Kinder zeigt sich in ihrer besonderen Art der Achtsamkeit und Bewusstheit.

Der Kern der Spiritualität von Kindern äußert sich durchgehend als Beziehungsbewusstsein: Kinder wollen in Beziehung sein und setzen sich in Beziehung – mit anderen Menschen, mit der Umgebung und mit sich selbst und mit Gott. Kinder setzen sich „himmelreichnahe“ mit dem Dasein auseinander.

 

Die Fähigkeit zu vertrauen, zuversichtlich zu sein, achtsam die Welt wahrzunehmen, sich in andere empathisch einfühlen zu können, verbindliche Beziehungen einzugehen, das Leiden anderer Natur- und Menschenwesen zu erkennen und lindern zu helfen; all das können Kinder schon in sehr frühen Jahren. Kinder können spielend in einer Tätigkeit versinken, sie vergessen alles um sich herum bei ihren forschenden Tätigkeiten, sie tauchen ein in die Welt der Fantasie und kommen so zu sich selbst. Sie verfügen über eine intensive Lust das Leben zu gestalten, über eine Lebens-Begeisterung. Und sie tragen ein Geheimnis in sich, welches über die wahrzunehmende Wirklichkeit hinausweist.

 

 

Spirituelle Intelligenz von Kindern

 

Kinder können spirituell unterschiedlich begabt sein: Generell unterscheidet die Wissenschaft zwischen der sprachlich-linguistischen Intelligenz, der logisch-mathematischen, der musikalisch-rhythmischen, der bildlich-räumlichen, der körperlich-kinästhetischen, der naturalistischen, der interpersonalen und der intrapersonellen Intelligenz.


Quelle: Theorie der multiplen Intelligenzen nach Howard Gardner

 

In Bezug auf das Thema Tod und Trauer kann noch von einer weiteren – neunten Intelligenz – gesprochen werden: die existenzielle oder spirituelle Intelligenz. Sie ist abhängig von „Lernanlässen“: Wo Kinder durch traurige Umstände angeregt werden, über Tod nachzudenken, werden sie früher ausgefeilte Todeskonzepte entwickeln als andere gleichaltrige Kinder.
Direkte Todeserlebnisse lösen Empfindungen aus, die unter Umständen zu rascherer Weiterentwicklung des Todesverständnisses führen.

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