"Ich bin die Auferstehung und das Leben"
"Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!
Vielleicht kennen Sie das auch: Man ist eingeladen und bringt Blumen oder ein anderes kleines Geschenk mit. Und bei der Übergabe sagt der Gastgeber oder die Gastgeberin: "Aber das wäre doch nicht nötig gewesen...!" Stimmt, sage ich dann meistens, genau deshalb habe ich es getan.
Dinge, die nicht nötig sind, machen bei genauem Nachdenken das Leben reich. Stellen wir uns ein Leben vor, in dem es nur das Nötig gibt. Kaum auszudenken. Im Unnötigen werden oft die zentralen Dinge im Leben ausgedrückt.
Im Evangelium von der Auferweckung des Lazarus sind wir schnell dabei, uns in unserer Fantasie auszumalen, wie Jesus vor der Grabhöhle steht, umgeben von einer großen Schar Schaulustiger. Wir stellen uns vor, wie die Menschen mit großen Anstrengungen den Verschluss-Stein vom Eingang des Grabes wegrollen, wie Jesus im Gebet die Augen zum Himmel richtet und irgendwann mit lauter Stimme ruft: Lazarus, komm heraus! Und passiert es – das Wunder. Er kommt heraus. Wie es damals üblich war, in Leinenbinden und Tücher eingewickelt, nicht mehr wiederzuerkennen, wie ein Gespenst, aber lebendig. Das ist – der ersten Empfindung nach – die Hauptsache, an der wir schnell hängen bleiben, der Höhepunkt.
Doch das Evangelium kennt und schildert viele scheinbare Nebensächlichkeiten drumherum, die nicht weniger wichtig sind als das Wunder selbst. ......"
Mit Predigtgedanken von Dr. Josef Keplinger
Zum Ausdrucken - Hier finden Sie auch die Vorankündigung der Fasten- und Osterliturgie