Freitag 18. Januar 2019

Baldachinaltar und Chorgestühl

Baldachinaltar (Hochaltar) im Mariendom Linz

 

Der mächtige, 15 Meter hohe Baldachinaltar (Hochaltar) steht auf einem Sockel aus schwarzem Cyenit. Der Entwurf stammt von Vincenz Statz. 1901 wurde der Altar von Ludwig Linzinger aus Linz ausgeführt (sämtliche Figuren und Schnitzwerke gefasst und vergoldet).

Als Zentrum des Altares erhebt sich über der Aussetzungsnische das große, vier Meter hohe Kreuz mit dem 1,75 Meter hohen Korpus. Die Enden der Kreuzbalken sind mit Mosaiken verziert, sie zeigen die Symbole der vier Evangelisten, die Ränder wurden mit farbigen Glaskugeln besetzt. Das Kreuz und der Korpus sind aus vergoldetem Metall (Gesamtgewicht 326 Kilo). Das Gipsmodell des Corpus wurde von Josef Gasser von Valhorn in Wien gefertigt, auch dort gegossen (Firma Röhlich und Pöninger) und am 10. Mai 1887 aufgestellt. Das Kreuz und die Vergoldung sind eine Arbeit der Firma Ludwig Adler aus Wien. Als Bekrönung des Altares steht ganz oben über der reichen Maßwerkzone die Madonna Immaculata mit dem Jesuskind, das mit einem langen Kreuzstab auf das Haupt der Schlange zu Füßen Mariens stößt.

 

Vier mächtige Säulen (Sockel aus dunkelgrünem Serpentin, Schaft aus rotem Marmor und Kapitelle aus verschiedenen Marmorsorten) tragen den Baldachin aus slowenischer Eiche mit Eckverzierungen aus vergoldeter Bronze. Über den Kapitellen stehen Heiligenstatuen: Germanus, Sophronius, Bernhard und Ephräm (alle vier besondere Verehrer der unbefleckt empfangenen Gottesmutter) und vier Personen, die zur Leidensgeschichte Christi gehören (weinender heiliger Petrus und Maria Magdalena an der linken Seite, der rechte Schächer Dismas mit dem Kreuz und Longinus mit der Lanze an der rechten Seite).

Über diesen Figuren entwickeln sich die Säulen in Giebeln und Fialen weiter, bis Engel mit Insignien diese abschließen. In Form des Dreipasses mit Spitzbogen öffnet sich der Baldachin zwischen den Säulen nach allen Seiten. In den Giebelfeldern befinden sich auf Blech gemalte Bilder von Felix Schatz, sie zeigen Szenen aus dem Leben der Gottesmutter Maria (Maria Empfängnis an der Stirnseite, Abschied Jesus von Maria auf der linken Seite, auf der rechten Seite Begegnung Jesus mit seiner Mutter am Kreuzweg und die Schutzmantelmadonna auf der Rückseite).

 

Im "Himmelsbereich" des Baldachins sind auf blauem Grund mit goldenen Sternen in Reliefbildern die zwölf Ältesten aus der Offenbarung des Johannes dargestellt, der Entwurf hierzu stammt ebenfalls von Felix Schatz. Im Zentrum das apokalyptische Lamm auf einem Buch mit sieben Siegeln und mit Alpha und Omega als Symbol für Christus als Anfang und Ende. Die lateinische Inschrift am vorderen Säulensockel erinnert daran, dass die Kosten für diese Teile großteils aus dem Vermächtnis des Dechants Josef Prinzinger bestritten wurden.

Der Altartisch (Mensa: 4,45 x 1,42 x 1 Meter) mit einer Platte aus weißem Marmor aus Laas in Südtirol wird an der Frontseite (Antependium) durch sechs O­nyxsäulen auf Porphyrsockeln und mit vergoldeten Bronzeblättern an den Kapitellen in fünf Felder eingeteilt.

Diese Felder sind innerhalb der Rahmen aus Carraramarmor mit Mosaiken geschmückt und zeigen Opferszenen aus dem Alten Testament: Abel, Noe, Melchisedech und Abraham stehen als Vorbilder des eucharistischen Opfers am Altar. Diese Mosaiken wurden von der Firma Neuhauser in Innsbruck gefertigt. An der Rückseite des Altartisches ist eine Vertiefung zur Aufnahme einer Reliquie ausgespart, die mit Carrara-Marmor ausgekleidet und durch ein Gittertürchen von Ludwig Adler aus Wien verschlossen ist.

Der Tabernakel am Altartisch ist aus weißem Marmor, das Türchen ist ein emailliertes Gitter von Ludwig Adler aus Wien mit einem Aussetzungsthron aus vergoldetem Metall. Der Altaraufsatz (Retabel: 1,13 Meter hoch) ist ebenfalls mit Mosaikbildern geschmückt.

Dargestellt sind Szenen der Geheimnisse des schmerzhaften Rosenkranzes: Christus am Ölberg, bei der Geißelung, der Dornenkrönung und am Kreuzweg. Das fünfte Geheimnis wird durch das Altarkreuz selbst dargestellt. Auf der Rückseite des Retabels sind wieder in Mosaik Szenen aus der Passion Christi angebracht: Kreuzabnahme und Grablegung seitlich (an deren Rändern befinden sich abschließende Leisten mit Blumenranken und Wappen mit Leidenswerkzeugen Christi), und in der Mitte als Hochbild der Auferstandene.

Die metallene Bekrönungsleiste am Retabel oben wurde von Jakob Rappel aus Schwaz in Tirol geliefert.

Die Konsekration des Hochaltares erfolgte am 29. April 1924 mit jener des gesamten Domes. Dies ist inschriftlich an der Rückseite des Retabels vermerkt.

Der Altarraum wurde nach den Reformen des II. Vatikanischen Konzils umgestaltet (Volksaltar, Ambo, Priestersitz). Links neben dem Hochaltar steht der von Vincenz Statz entworfene Bischofsthron, ein Schnitzwerk aus Eiche (mit den Zeichen des Tierkreises als Symbol der gesamten Erde, über der Gott seinen Thron aufgeschlagen hat) an der Rückseite der Lehne. Dieser sowie der Baldachin wurden vom Bildhauer Karl Maurer aus Linz gemacht.

Das Chorgestühl für das Domkapitel und die Kanzel aus Eichenholz, nach Plänen des Dombaumeisters Vinzenz Statz, wurden 1901 von Ludwig Linzinger aus Linz gefertigt. Am Schalldeckel steht die Figur des Guten Hirten, an der Brüstung des Korbes sind die Reliefbilder der vier Evangelisten zu sehen. Nach hinten zu wird der Altarraum durch ein 3,38 Meter hohes Schmiedeeisengitter abgeschlossen. Es wurde vom Schlossermeister Johann Gruber in Steyr geschaffen.


Die neue Chororgel von der Firma Pflüger mit 26 Registern ist 1989 errichtet worden. Auf der linken Empore befindet sich noch eine Orgel von der Firma Lachmayr, 1887 erbaut, mit drei Manualen und 50 klingenden Registern. Der Orgelkasten ist eine Arbeit des Bildhauers Ferdinand Donauer und des Tischlermeisters Martin Koch aus Linz, sie ist heute nicht mehr in Gebrauch.

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