
Klostertag
Die 15 Männer erlebten das Kloster hautnah: Das Mitbeten der Tageszeitenliturgie, Rundgänge durch das Stift und tiefgehende Vorträge mit Prior Pater Maximilian führten in das Benediktinische Leben ein.
Pater Maximilian begeisterte durch sein großes Fachwissen, seinen Humor und seine Weisheit, die tief in das Geheimnis Gottes hineinführte. Ein Highlight war auch das gemeinsame Essen mit den Mönchen im Refektorium. Auch hier wurde die Gastfreundlichkeit der Benediktiner als ein Kern ihres Lebensstils besonders erlebbar.
Es ist schon erstaunlich, wie aktuell und bereichernd die Work-Prayer-Balance für den persönlichen Glauben sein kann! Eine der drei Vorträge von Pater Maximilian widmete sich der „Arbeit“ in der Regel des hl. Benedikts: „Arbeit ist in der monastischen Tradition des Heiligen Benedikt von Nursia (um 480 – 547) kein notwendiges Übel oder eine Folge des ‚Sündenfalls‘, sondern ein integraler Bestandteil des geistlichen Lebens und Wachstums, der dazu dient, Gott zu verherrlichen, den Lebensunterhalt zu sichern und den Brüdern zu dienen.“ Eine Einheit widmete sich der Lectio Divina („göttliche Lesung“), einer uralten monastischen Methode der betenden Schriftlesung. Sie gliedert sich in vier wesentliche Schritte: Lesen (lectio), Meditieren (meditatio), Beten (oratio) und Verweilen/Betrachten (contemplatio).
Das Ziel ist eine persönliche Begegnung mit Gott, u.a. durch das meditative Wiederholen eines Bibelverses. Der dritte Vortrag widmete sich der „Pax benedictina“, dem Benediktinischen Frieden. Nach der Vorstellung Benedikts sollten seine Klöster Orte des Friedens sein inmitten einer friedlosen Welt. An diesem Punkt berührte der KMB-Klostertag auch das Jahresthema der KMB Oberösterreich „Frieden und Versöhnung“.
Die Haltung der Benediktiner, einen Gast wie Christus selbst aufzunehmen (Benediktsregel Abschnitt 53), wurde durch viele Details deutlich. So gab es etwa am Samstag, dem Faschingssamstag im gemütlichen Fischerzimmer eine Krapfenjause. Die Männer verabschiedeten sich herzlich und man war sich einig, dass dieser Klostertag eine Wiederholung verdient hat.
Text: Wolfgang Ölz
Foto: KMB OÖ
