Männerseminar - Höre auf deinen Körper!

Eingebettet war dieses Seminar in das Jahresthema der KMB Linz „LEBENSWERT- sich als Mann dem Leben stellen“- dem Leben in all seinen Dimensionen, hier eben in besonderer Weise der Dimension unseres Körpers, unserer Leiblichkeit.
Ein erfülltes Mann-Sein schließt einen verantwortungsvollen und sorgsamen Umgang mit dem eigenen Körper ein. Wenn wir auf unseren Körper hören, wenn wir seine Signale verstehen und uns darum kümmern, geht es dem Körper und der Seele gut.
Gerade wir Männer übergehen bisweilen in unserem Leben die Signale, die uns der Körper sendet, weil traditionell geprägte Männerbilder es uns nicht erlauben, gut auf uns zu schauen und auf uns zu hören. Ein instrumentalisiertes Bild vom Körper als funktionierende „Maschine“ verleugnet unsere menschliche Fähigkeit, dass wir spüren können, was unserer Gesundheit und unserem Wohlergehen zuträglich ist.
Christliche Spiritualität ist leibfreundlich und sinnlich
Dem Christentum wird ja oft auch eine gewisse Leibfeindlichkeit vorgeworfen, jedoch finden sich in Bibel und Tradition sehr wohl ganz klare Hinweise, wie wichtig die Sorge und Pflege unseres Körpers für ein erfülltes Menschsein sind. So stammt etwa von Theresa von Avila die Aussage: „Tu‘ deinem Leib etwas Gutes, damit deine Seele Lust hat darin zu wohnen.“ Und Thomas von Aquin schreibt: „Gesundheit ist weniger ein Zustand als eine Haltung und sie gedeiht mit der Freude am Leben.“
So ist auch im Verlauf des Seminars sehr schnell klar geworden, dass Körper, Geist und Seele in einem ganz engen inneren Zusammenhang stehen, sich also nicht voneinander trennen lassen. Eine gesunde Sorge für den Körper hat sehr viel mit einer gesunden Selbstfürsorge generell zu tun: ich achte auf meine Haltungen, Worte, Gedanken, Gefühle, auf mein Handeln und auf mein Tun.
Leben nach der Genussformel
In Bezug auf unseren Körper hat uns Johannes Hessler ein Leben nach der Genussformel nahegebracht:
- Ich weiß, was dem Körper gut tut.
- Ich nehme mir Zeit dafür und genieße es mit allen Sinnen.
- Ich weiß, wann es genug ist.
In großer Offenheit haben wir uns über unsere Erfahrungen in Bezug auf unseren Umgang mit den Signalen unseres Körpers ausgetauscht. Wir haben uns auf die Suche gemacht nach den „Ruheinseln“, nach den „Bewegungsinseln“ und nach den „Genussinseln“ für unseren Körper. Eine große Herausforderung ist sicherlich, diese „Inseln“ für den Körper in einen gesunden Lebensrhythmus einzubauen.
Auf den Körper hören - seine Gefühle wahrnehmen
Ein weiterer sehr wichtiger Aspekt dieses Seminares war es dann auch, den inneren Zusammenhang zu erkennen zwischen der Achtsamkeit für den Körper und dem Spüren und Wahrnehmen der Gefühle. Wir bekamen sehr hilfreiche Anregungen für einen bewussten und guten Umgang mit unseren Emotionen.
Einmal mehr wurde in diesem Seminar deutlich, wie gut und wohltuend es für uns Männer ist, wenn wir mit anderen Männern in einen Austausch über unser Leben treten, über das, was uns bewegt und betrifft.
Wolfgang Bögl, Theologischer Assistent der KMB Linz
