Herzlich Willkommen Bischof Manfred!

Das Männermagazin ypsilon hat mit Bischof Manfred Scheuer über seine Eindrücke von der Katholischen Männerbewegung gesprochen.
In den letzten Jahren ist mir die Männerbewegung beim Thema „Zivilcourage“ begegnet. Der 2007 selig gesprochene Franz Jägerstätter ist dafür ein Zeuge, zu dem die KMB gepilgert ist und an dem sie sich orientiert hat. Zivilcourage ist nicht angeboren, sondern muss erlernt werden. Und „man muss etwas machen, um selbst keine Schuld zu haben. Dazu brauchen wir einen harten Geist und ein weiches Herz. Wir haben alle unsere Maßstäbe in uns selbst, nur suchen wir sie zu wenig.“ (Sophie Scholl) Zivilcourage fängt im Kleinen an, nämlich immer dann, wenn Du etwas nicht gerecht oder falsch findest, Du etwas dagegen tun willst und dies vor anderen (öffentlich) tun musst, Du dabei das Gefühl hast, im Nachteil oder unterlegen zu sein und der Erfolg deines Einsatzes eher unsicher ist und du eher Nachteile als Vorteile zu erwarten hast.
Ich hatte auch Einkehrtage mit der KMB. Männer suchen nach ihrer eigenen Spiritualität. Für sie ist manches an der üblichen kirchlichen Spiritualität zu weich, zu wenig männlich. Kämpfen und Lieben, das sind die beiden Pole, die Männer in ihrer Spiritualität miteinander verbinden wollen.
Und ich erlebe die KMB als starke Stimme für die Entwicklungszusammenarbeit. Nicht nur die aktuelle Flüchtlingskatastrophe erinnert daran, wie groß die Not in der Welt ist. Weltweit verarmen Bauern, hungern Menschen und alle drei Sekunden stirbt ein Mensch an Hunger oder Unterernährung. Die KMB hat sich mit den anderen in der KOO vertretenen Organisationen dafür eingesetzt, dass das Budget für Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe aufgestockt wird und Österreich einen angemessenen Beitrag zur internationalen Armutsbekämpfung und zur Humanitären Hilfe leistet.
Einiges habe ich von den Mannsbildern bzw. der Männerberatung mitbekommen, wie Männern und männlichen Jugendlichen professionelle Hilfe geboten wird bei: Schwierigkeiten in der Partnerschaft, Erziehungsproblemen, Fragen zu Eherecht und
Unterhaltsverpflichtungen, Probleme in der Sexualität, Kontaktschwierigkeiten, Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder in der Schule, Orientierungslosigkeit bei persönlichen und beruflichen Fragen oder bei Gewalterfahrungen. Wie kann alltägliches Vater-Sein gestaltet werden? Von der erwachsenen Generation ist eine starke Sorge notwendig, eine Verantwortung, für die man sich ernsthaft entschieden hat. Väter können nur jene sein, die nicht an sich selbst und der eigenen Autonomie in erster Linie interessiert sind, sondern „generative Menschen“ sind, also Menschen, die selbst auf festem Grund stehen, Vertrauen vermitteln und Freude am Blühen anderer haben.
Manfred Scheuer, Bischof von Linz
