KZ Außenlager Weyer/Dipoldsau
Durch Gedenkveranstaltungen, Ausstellungen, Bildungsprojekte und Zusammenarbeit mit Schulen wird das historische Bewusstsein, die demokratischen Werte und das respektvolle Miteinander gefördert.
KZ-Außenlager Dipoldsau
Das KZ-Außenlager Dipoldsau in der Ortschaft Küpfern, Gemeinde Weyer, bestand seit Juli 1943, es handelte sich um ein Sublager von Großraming. Es umfasste zehn Wohnbaracken oberhalb des Ennsufers und war durch einen kleinen Wald von den zwei Baracken der SS-Wachmannschaft getrennt.
Die Anzahl der Häftlinge belief sich auf etwa 130. Aus dem Jahr 1944 sind 22 namentlich bekannte Todesfälle belegt, die tatsächliche Anzahl dürfte doppelt so hoch sein.
Die Häftlinge wurden zu Arbeiten im Rückstaubereich der Kraftwerksbaustelle Großraming, an der Höherlegung der Eisenstraße, an einem Marmorsteinbruch in Großraming, am Bau eines Bahnhofs und eines Floßaufzugs eingesetzt. Da durch die Enns-Stauung die Flößerei unmöglich wurde, musste am oberen Ende des Stausees in Küpfern ein großer Floßaufzug mit zwei Aufzugbühnen erbaut werden, der in der Lage war, bis 30 m lange Baumstämme aus der Enns elektrisch bis zum 30 m höher liegenden Bahnkörper zu heben und dort zur Verladung auf die Bahn bereit zu legen. Im Bereich der Angelsbachbrücke bauten die KZ-Häftlinge an einer Stützmauer für die neue Eisenstraße. Hier wurden laut Angaben von Zeitzeugen nach einem Unfall mehrere tote Häftlinge an Ort und Stelle einbetoniert.
Im August 1944 wurde das Lager Dipoldsau aufgelöst und ein kleiner Rüstungsbetrieb in den Baracken errichtet. Im April 1945 starben im Bereich des ehemaligen KZ Dipoldsau viele ungarische Juden und Jüdinnen auf dem Weg nach Mauthausen an Hunger, Erschöpfung oder durch die Hand der SS- und Volksturm-Begleitmannschaften. Eine Gedenkstätte mit Informationstafeln unmittelbar an der Eisenbundesstraße erinnert heute an diese Gräuel.
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