Gedanken zum 2. Adventsonntag
An eine gemeinsame Autofahrt mit ihr kann ich mich besonders gut erinnern: Mit dem Kofferraum voller Lebensmittel fuhren wir auf den lehmigen Straßen zu den ganz einfachen Häusern und Hütten aus Lehm und Holz. Die Leute dort hatten fast nichts zum Leben. Freundliche Worte wurden gewechselt, Sr. Sabina hatte immer ein Lächeln für die Leute, Trost, eine tätschelnde Hand für die Kinder.
„Weißt du, hat sie einmal zu mir gesagt, „natürlich bin ich mir dessen bewusst, dass die Leute hier, um ihre Situation zu verbessern, viel mehr brauchen. Aber wenn jemand so schwach vor Hunger ist, dass er fast nicht mehr aufstehen kann, dann muss ich ihm etwas zu essen geben“.
Auch wenn inzwischen viele Jahre und ein Ozean dazwischen liegen, passen ihre Worte immer noch. Hilfe, im umfassenden Sinn, meint nicht nur einen Einsatz mit ganzem Herzen, sondern umfasst immer auch mehrere Dimensionen und orientiert sich an der Notwendigkeit der Situation. So vielgestaltig Not ist, so zahlreich sind auch unsere Möglichkeiten, uns (gemeinsam) hilfreich einzubringen. Aber entscheidend ist auch: Was braucht und will die Person jetzt, was hilft, ihre größte Not zu lindern? Kann ich das überhaupt sehen?
Ich begreife es heute noch besser als damals, Sr. Sabina. Hab vielen Dank dafür. Danke, dass wir uns begegnet sind. Und du mir damals auch schon zu verstehen gegeben hast: Ein Herz, das für andere brennt, wird diese schließlich erreichen und weiter schlagen.
Text: Julia Postl