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Mi. 13.05.26

Liebe WallfahrerInnen!

Pfr. Thomas Mazur in Lourdes

Ja ich nenne Sie bewusst so, weil wir alle Pilger und Pilgerinnen sind, so oder anders. Viele sind gerade im Marienmonat Mai gerne auf Wegen, zu einem geistlichen Ziel in der Landschaft oder auf der inneren Karte der eigenen Seele. Ich durfte 29 mal in Lourdes Kranke und Behinderte Menschen begleiten und einige heilsame „Wegerfahrungen“ miterleben.

Es ist nicht nur ein touristisches Bedürfnis, was Menschen beispielsweise auf Pilgerfahrten und Wallfahrtswege bringt. Sie nehmen durchaus manche Strapazen auf sich, suchen die Stille und Heilung in ihr Inneres, um so Gottes Nähe und Hilfe zu erfahren – und zu erfahren, dass sie aus einer falschen Ruhe und geistlichen Bequemlichkeit aufgescheucht werden, in Bewegung kommen und in Bewegung bleiben.

Eine Frau, die in ihrem Urlaub schon mehrfach Abschnitte des Jakobusweges gegangen ist, berichtete von ihren geistlichen Erfahrungen, die sie dabei gemacht hatte. In ihrem Pilger-Tagebuch hat sie ihre "Wegerfahrungen" folgendermaßen festgehalten:

· "Dreh dich nicht um, schau nicht zurück, das macht dich mutlos. Dein Weg liegt vor dir – ICH (der Herr) rufe dich.

· Denk nicht an das ferne Ziel und wie wenig du 'schaffst', gehe Schritt für Schritt, lebe Schritt für Schritt – ICH gehe mit dir.

· Wirf Lasten ab, alles was dich beschwert, allen überflüssigen Ballast, lass los, werde leicht – ICH gebe dir alles, was du brauchst.

· Vergleich dich nicht mit anderen, finde deinen Rhythmus, finde dein Maß, geh beständig weiter – ICH liebe dich so, wie du bist.

· Geh achtsam deinen Weg, damit du die Zeichen erkennst, die dir den richtigen Weg weisen – ICH führe dich.

· Verzichte auf eigene Wege, auf bequeme Wege, auf "Abkürzungen", du kannst nicht wissen, ob es lange Umwege sind – ICH bin dein Weg.

· Sag ja zu den Umwegen und Irrwegen, die du gegangen bist, sie sind dein Weg – ICH bin immer bei dir.

· Wenn du müde bist, wenn du nicht weiter weißt, wenn du fällst, hab keine Angst, steh wieder auf – ICH trage dich.

· Sieh nicht auf deine Füße, auf den schweren Weg, blicke auf, damit du die Wunder wahrnimmst, die ich dir auf deinem Weg schenke – ICH tröste dich.

· Nimm alles an, was dir begegnet, schlechtes Wetter, Hunger und Durst, Krankheit, unfreundliche Menschen ...., deine eigene Schwäche, reife mir entgegen – ICH bin dein Ziel.

· Öffne dich, staune, lass dich berühren, lass die Freude in deinem Herzen wachsen, lass sie überfließen, teile sie mit deinen Weggefährten – ICH bin dein Licht.

· Versäume keinen Moment zu danken, lass keine Gelegenheit aus, zu loben, zu singen, zu tanzen, zu jubeln – denn ICH liebe dich."

Liebe WallfahrerInnen auf vielfältigen Lebenswegen!


Das sind kostbare Erfahrungen – Wegerfahrungen, bei denen es sich lohnt, länger zu verweilen. Sie werden einem geschenkt, wenn man sich auf den Weg macht, zu einem Ort, zu einem Menschen, zu sich selbst.

 

Bereichernde "Wegerfahrungen" dürfen wir einander Wünschen!

 

Pfr. Thomas Mazur

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