OSTERN
Ostern hat auf mich schon als Kind einen sehr viel nachhaltigeren Eindruck gemacht als andere Hochfeste. Es ist für mich das Fest, an dem uns Aufbruch zu neuem Leben und Lebensperspektiven über den Tod hinaus zugesagt werden.
Später bei einem Professor für Moraltheologie fand ich folgende Aussage: "das spezifisch Christliche einer christlichen Existenz liegt in der Bedeutung von Karfreitag und Ostern für das Selbstverständnis gläubiger Christen. Im Blick auf Karfreitag und Ostern sieht der Christ den Grund der Hoffnung. Der Glaube an die Durchbrechung der Schranke des Todes macht ihn frei zu einem Leben gegen reine Selbstbehauptung, deren Wahrheit der Tod ist." (Franz Böckle)
Das ist für mich das Schlüsselwort geworden.
Karfreitag und Ostern als Grund der Hoffnung;
Lebensperspektiven gegen die reine Selbstbehauptung und Ausgangspunkt für ein neues Verhältnis zwischen Himmel und Erde. Nicht weil der Christ enttäuscht ist von der Welt, glaubt er an Gott, sondern weil er an Gott glaubt, wendet er sich der Welt voller Hoffnung zu.
Liebe zugeneigt Lesende,
zu Ostern suchen Kinder versteckte Ostereier... Suchen wir Erwachsene nach Zeichen, die unsere Hoffnung nähren. In der Erfahrung von Nähe Gottes in den Sakramenten, in der Umarmung eines geliebten Menschen oder in der Umarmung besonderer Art, wie es eine Benediktinerin, Sr. Maria Hedwig, folgendermaßen vorschlägt:
Übung:
Wir könnten jeden Augenblick umarmen, denn jeder Augenblick ist in Christi Auferstehung getaucht und erlöst die Welt, und Dich und mich von Todesangst.
Was könnte das heißen für unser Dasein, unser Tun und Leiden? Es ist erlöst von allem Tödlichen. Wir dürfen ewig leben in der Herrlichkeit des Glaubens, dass es Golgota gibt, dass es Osten gibt, dass es Pfingsten gibt, jetzt und jetzt und jetzt... Immer jetzt und jetzt. So wird die neue Schöpfung.
Nach Silja Walter (Sr. Maria Hedwig OSB)
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Immer ist der dritte Tag, da wir verzagt
und ratlos nach Emmaus gehen und dich nicht sehen.
Und doch bist du bei uns.
(...)
Immer ist der dritte Tag, da uns beim Brotbrechen die Augen aufgehen
und wir dich erkennen und brennenden Herzens gestehen;
Du lebst unter uns, Herr! Halleluja.
Silja Walter (Sr. Maria Hedwig OSB)
Ostersegen
Ein Lichtstrahl dein Herz erfasst,
Ein Lied in deinen Ohren klingt,
Vom Stein dein Gesicht erblasst,
Die Luft von Leben singt.
Es ist Ostern.
Das Kreuz zum Zeichen wird,
Der Stern nicht mehr untergeht,
der Horizont vom Geheimnis flirrt,
Die Botschaft am Himmel steht.
Es ist Ostern.
Der Glaube im Herzen wächst,
die Sprache in der Kehle formt das Wort,
das sich zum anderen streckt:
Christus ist auferstanden.
Gottes österlicher Segen sei mit dir.
Christiane Bundschuh-Schramm