Gesetzestreue ist zuwenig
In Reimen möchte ich sprechen und erklären
was uns heut‘ die Bibelstellen lehren:
es ist sehr schwierig vom Inhalt her,
zum Fasching passen sie nicht sehr.
Schon vom Propheten Jesus Sirach wird verkündet:
Gott gab dem Menschen Gebote, dass er zurecht sich findet,
fest in Vorschriften gefasst, um wohlgefällig zu handeln
und so in Treue vor Gott durchs Leben wandeln.
Auch Paulus sieht in seinem Schreiben nach Korinth
was Gott vor aller Zeit vorausbestimmt:
Nicht die Weisheit dieser Welt wird die Mächtigen entmachten,
die verborgene Weisheit Gottes wird es machen.
So wie die Schrift es uns verkündet, so fährt er fort:
Was kein Aug‘ gesehen und kein Ohr gehört,
was in keines Menschen Herz geschrieben,
was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.
Doch was Jesus von uns Christen tut verlangen,
lässt uns gar um den Himmel bangen.
Wer seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen,
das trifft fast jeden mal, und wird wohl schwer uns fallen.
Zürnen ist ein altes Wort und kann bedeuten
dem Bruder schlechtes wünschen oder handfest streiten.
Für Schwestern bleibt die Frage offen -
Frauen scheinen davon nicht betroffen.
Das ist wohl so auch bei der nächsten Frage:
Wer eine Frau in Gedanken nur begehrt, kommt in die Lage,
den Tatbestand von Ehebruch im Geiste schon begangen,
und in Gedanken in schwere Sünde sich verfangen.
Von Frauen, die in Gedanken einen Mann begehren,
ist nicht die Rede, sie tun ja Männer nur verehren.
Auch in den Zehn Geboten steht genau:
Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau.
Wer keine Sünde bisher hat bei sich entdecken können
der darf sich rühmen und ein Unschuldsengel nennen.
Doch beschwören soll es weder Frau noch Mann,
weil nach Jesu Willen es nur so sein kann.
Ist’s wahr, so sage einfach JA – da braucht es keinen Schwur,
ist‘s anders, dann sei dein Nein ein Nein, bleib stur.
Auch wenn es uns schwerfällt, wir sollen es tun,
seien wir mutig, wir dürfen nicht ruhn.
Wir wissen uns von Gott geliebt, so wie wir sind,
seit der Taufe sind wir Gottes Kind.
Das trifft sich gut, weil Liebe kann sehr viel bewirken
und das Zusammenleben stärken.
Valentin, Patron der Liebenden, wird gern zum Anlasse genommen
den Geliebten zu beschenken und Blumen zu bekommen.
Sie sollen Zeichen jener Liebe sein, die viel besungen,
das Herz erfüllt, doch manchmal wird um sie gerungen.
Die Liebe kann sehr mächtig sein und heiß,
manchmal ein filigranes Ding, wie ich weiß.
Sie kann viel Leiden schaffen oder Kraft verleihen
und sie kann von Fall zu Fall auch mal verzeihen.
Es ist die Liebe, die von Gott uns zugesagt,
sie ist uns geschenkt ganz ungefragt.
Es bleibt die Liebe, damit ihr‘s wisst,
weil Gott selber die Liebe ist.
Nun mach ich mit dem Reimen Schluss
bevor es sorgt für den Verdruss.
Fasst hät’s gesprengt den Rahmen.
Drum sag ich nur noch: In Gottes Namen - Amen.
Am Valentinstag feiert die Pfarrgemeinde Gaflenz einen Gottesdienst für Liebende mit Paarsegnung um 19 Uhr in der Pfarrkirche. Alle sind dazu herzlich eingeladen!