Ankommen
Im Mai habe ich mich mit einer kleinen Gruppe von vier Personen aufgemacht. Nicht wissend, was uns auf diesem Weg alles begegnen wird, welche Herausforderungen wir zu meistern haben werden.
Nicht wissend, ob wir es schaffen werden, ob wir ankommen werden.
Das Ziel war mir nicht so wichtig. Zum Mitgehen motiviert hat mich das Wandern entlang der Atlantikküste. Zwei Wochen lang nichts denken müssen, sondern einfach nur einen Schritt vor den anderen setzen.
Nach 15 Tagen sind wir in Santiago angekommen und diese Ankunft hielt für mich Überraschendes bereit.
Zusammen mit so vielen anderen das Ziel zu erreichen, war für mich eine tiefgreifende Erfahrung. In den Sommermonaten sind es täglich bis zu 2000 Menschen, die in Santiago ankommen. Man sieht die Freude in den Gesichtern, es geschafft zu haben. Viele sitzen oder liegen auf dem Platz vor der Kathedrale, erschöpft von der langen Pilgerschaft und blicken staunend zur imposanten Kirche empor.
Es herrschte eine ganz besondere freudige, gelöste Stimmung.
Ob es wohl einmal so ähnlich sein wird, wenn wir nach unserer Lebensreise, die ja auch oft als Pilgerreise bezeichnet wird, mit vielen anderen bei Gott ankommen?
Ob dann auch Freude, Erleichterung, es geschafft zu haben, und glückliches Einander Umarmen vorherrschen wird?
Und Staunen über das, was wir am Ziel sehen werden?
Ich könnte es mir vorstellen.