Pfarrer P. Johannes zum 23. Sonntag im Jahreskreis
Jesus muss ihn zunächst von der Menge wegbringen, aus dem gewohnten Umfeld, dann legt er ihm die Finger in die Ohren und berührt seine Zunge mit Speichel – eine für uns sehr ungewöhnliche Geste. Er blickt zum Himmel auf, vereinigt sich so mit seinem himmlischen Vater, er seufzt, und dann erst spricht er das Heilungswort „Effata“.
Das zeigt schon, dass es ein längerer Prozess ist, bis jemand seine Ohren für Neues öffnen und auch wertvolle Worte sprechen kann.
Wenn wir genauer die Heilung des Taubstummen betrachten, dann sind zunächst die Begleiter, die den Taubstummen zu Jesus führen, wichtig, und es ist der Taubstumme selbst, der Jesus all seine Gesten an sich ausführen lässt, der es sich also gefallen lässt, dass Jesus mit Speichel seine Zunge berührt!
Er setzt sich einem sehr außergewöhnlichen Handeln aus, das überhaupt nicht zu seinen bisherigen Erfahrungen passt. So geschieht Heilung. Ohne uns nahetreten zu wollen, werden wir eingestehen müssen, dass wir von unseren alltäglichen Gewohnheiten her für vieles blind, taub, stumm und lahm geworden sind. So sehr wir im Alltag die richtigen Entscheidungen treffen, so schwer fällt es uns, mit neuen Anforderungen fertig werden, sobald sie unsere bisherigen Gewohnheiten in Frage stellen.
Man denke an viele, die die Realität der Pandemie nicht erfasst hatten. Man denke an die ernsten Warnungen vor einem Klimawandel und andererseits die vielfache Ablehnung auch nur der Bepreisung von CO2, das durch die Verbrennung von fossilen Stoffen freigesetzt wird.
Der Text wird auch im PDF-Format angeboten, mit der Bitte, ihn auszudrucken und an die Nächsten und Näheren weiterzugeben, die kein Internet haben.