Pfarrer P. Johannes zum Dreifaltigkeitssonntag
Das ist eine Grundaussage der heutigen zweiten Lesung in Röm 8,15. Wir dürfen Erben Gottes und Miterben Christi sein.
Was heißt das?
Wir Menschen sind von Gott so geschaffen, dass wir am Geheimnis der heiligsten Dreifaltigkeit teilhaben. Gott möchte uns in sein Leben hineinnehmen. – Eine gewaltige Aussage und Heilsbotschaft!
Warum fällt es uns so schwer, das zuzulassen?
Die Bibel zeichnet in Gen 2 das Bild eines Paradieses, in dem Gott präsent ist. Der Mensch kommuniziert auf Augenhöhe mit dem Allerheiligsten. Aber es gibt eine schreckliche Versuchung, die alles zerstören würde, nämlich den teuflischen Gedanken, nicht MIT Gott zu sein, sondern WIE Gott sein zu wollen. Der Mensch kann das liebende göttliche Geheimnis zu seinem Konkurrenten machen, sich von der Quelle des Lebens absetzen und meinen, auf eigene Faust leben zu können. Dann versteckt er sich vor Gott, merkt seine Ohnmacht, und in seiner Verzweiflung raubt er ständig den Mitmenschen Lebensqualität, wird zum Ausbeuter.
Er will sich zwanghaft von Gott durch Opfer eine Liebe erkaufen, die er so niemals erhalten wird, weil Liebe grundsätzlich nur geschenkt werden kann. Seine Nacktheit will er kaschieren mit völlig unbrauchbaren Mitteln, und seine Schuld verschiebt er ständig auf andere. Bis heute ist es so: Niemand ist selber schuldig, und ständig sucht man einen Schuldigen, auf den man dann einprügelt. Welche Armseligkeit!
Die Liebe Gottes aber ist grenzenlos, er lässt uns nicht im Stich. In Jesus Christus, der als Kind geboren wird und als Mensch wie wir lebt, drängt er uns seine Liebe geradezu auf, aber so behutsam, dass sie immer noch verweigert werden kann.
Jeder Mensch jedoch, der die göttliche Zuwendung in Jesus annimmt, kann vom heiligen Lebensstrom neu getränkt und damit selbst zur Quelle der göttlichen Liebe in dieser Welt werden.
Vergleiche auch die Gedanken zum Dreifaltigkeitssonntag LJ A !
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