Eingeladen zu einem Leben randvoll mit Glück
Eine Hochzeitsfeier, die ich noch sehr intensiv in Erinnerung habe, ist die Hochzeit unserer Tochter. Sie fand hier in unserer Kirche statt. Schon Tage vorher kamen Freunde aus verschiedenen Zeiten und Orten ihres Lebens und Verwandte von beiden Familien. Unser Haus und Garten summte und brummte vor Lebendigkeit, Gesprächen und Lachen. Diese freudige Aufregung, diese vertrauensvolle Erwartung eines Lebens in Liebe und Glück des Brautpaares, habe ich noch gut im Gefühl. Von einer ganz besonderen Hochzeit erzählt Jesus heute im Evangelium. Jesus ist unterwegs zum Paschafest auf dem Weg nach Jerusalem. Die Apostel und eine Gruppe von Jüngerinnen und Jüngern gehen mit. Als er den Tempel betritt und dort lehrt, kommen die Hohepriester und die Ältesten des Volkes zu ihm. Sie sind schon fest entschlossen, ihn gefangen zu nehmen. In diese Anspannung hinein erzählt Jesus eine dramatische Geschichte. Mit dem Himmelreich ist es wie…Sie beginnt mit der Einladung eines Königs/ Gottes zur Hochzeit seines Sohnes/ Jesus. Die Hochzeit ist ein wichtiges Fest. Dazu eingeladen zu sein eine große Ehre. Es geht um ein Leben in Liebe und Freude für alle, die an Gott glauben und zu ihm gehören. Jesus erzählt und deutet den Schriftgelehrten und Ältesten nun im Gleichnis sein eigenes Leben und Schicksal: Zuerst lehnen die Geladenen (die kirchliche Elite) die Einladung Gottes ab: es geht ihnen nicht um Gott, sie kümmern sich nicht einmal darum, ja, sie misshandeln und töten die Hochzeitslader. Gemeint sind die abgelehnten Propheten, vor allem Johannes der Täufer, und wohl auch er, Jesus, selber. Jesus klagt die Hohenpriester und die Ältesten an, durch ihre Herzenshärte Menschen den Zugang zum Reich Gottes zu verbauen, indem sie ihnen die Einladung gar nicht zukommen lassen oder sonst wie verwehren. Voller Zorn lässt der König diejenigen, die die Boten und ihre Einladung zurückwiesen, töten. Welche schroffe Absage an die kirchlich Privilegierten und Warnung Gott ernst zu nehmen. Im Gleichnis Jesu besinnt schließlich der König/ Gott sich anders. Er lädt wieder ein, andere, eine völlig neue Zielgruppe wird angesprochen und geladen: Unbekannte, Draußen-stehende, Ausgegrenzte, Fromme und Sünder. Wer bei dem Festmahl Gottes mitfeiern will, darf kommen. Aber er soll seine Kleidung wechseln und in ein hochzeitliches Gewand schlüpfen, das bedeutet der Mensch, der zum Fest Gottes geladen wird, muss sich Umziehen, sich ändern zum Schönen und Guten, bereit sein, von Gottes Ferne in Gottes Nähe und Großzügigkeit zu rücken. Wer diese Einladung nicht annimmt, schließt sich selber aus und wird hinausgeworfen werden aus dem Festsaal. Eine dramatische Geschichte, die Jesus da erzählt. Und sie hat Folgen, wie wir wissen. Die Ältesten und Schriftgelehrten lassen sich diese Kritik von Jesus nicht gefallen und lassen ihn töten. Die frohe Botschaft dieser Gleichniserzählung Jesu aber klingt bis heute nach: Gott sagt immer noch: Das Hochzeitsmahl ist vorbereitet. Kommt alle zur Hochzeit! Er schickte die Diener auf die Straßen hinaus und sie holten alle zusammen, die sie trafen, Böse und Gute, und der Festsaal füllte sich mit Gästen. In der Taufe wurde uns allen symbolhaft ein weißes Kleid aufgelegt mit den Worten: Ziehe aus den alten Menschen und bekleide dich mit dem Gewand Jesu Christi, dem neuen Menschen der Liebe und Wahrhaftigkeit. Dieses innere Kleid ist unser eigentliches Festtagsgewand, das geeignete Outfit um beim Fest Gottes mitfeiern zu können. Die Einladung gilt auch heute noch. Es geht um eine Entscheidung für ein Leben in der Nachfolge Jesu, es geht darum ein Mensch der Liebe und ehrlicher Wahrhaftigkeit zu werden. Eugen Drewermann sagt: „Wir sollten, wenn wir uns fragen, wofür wir auf der Welt sind, uns diese Antwortgeben können: Wir leben, weil Gott von Ewigkeit an wollte, dass wir sind. Wir sind die Eingeladenen zum Festmahl eines Königs, wir sind berufen teilzuhaben an der unendlichen Freude Gottes, die er teilen und vermehren möchte durch jeden Menschen. So groß denkt Gott von uns und er möchte, dass sein Saal reich ist und weit und unser aller Leben randvoll von Glück und Vertrauen. Wir tragen diese Königswürde im Herzen und wir werden sie immer klarer sehen, wenn wir beginnen uns ernsthaft auf Gott einzulassen.“ Amen