im heutigen Evangelium geht Jesus zu den Zöllnern - zu Menschen, die im damaligen Israel als unrein galten und von denen man sich nicht nur deshalb am besten fernhielt.
Schließlich arbeiteten sie mit dem römischen Reich - den Unterdrückern der Israeliten – zusammen. Und sie galten gar als Diebe und Räuber, denen der Ruf vorausging, dass sie mehr als nötig nahmen und des Öfteren auch was in die eigene Tasche steckten. Wir würden sagen – es waren richtige Gauner.
Wir befinden uns gerade irgendwie zwischen den Tagen. Wie zwischen Weihnachten und Neujahr sind diese Tage geprägt von einem Gefühl von einem Dazwischen. Von einem Schon und Noch nicht. Schon haben wir Christi Himmelfahrt gefeiert und uns daran erinnert, dass Jesus Christus zu seinem Vater heimgegangen ist. Noch feiern wir nicht Pfingsten, und das der Heilige Geist zu uns kommt. So waren wohl auch die Jünger und Jüngerinnen noch viel mehr in diesem Dazwischen.
Die heutigen Worte des Evangeliums beschreiben die Lebenssituation der Jünger, ihre Beziehung zu Jesus in einer Zeit wo sie verwirrt, voll Ängste und Fragen sind. Jesus beginnt von seinem Abschied zu reden, von seinem bevorstehenden, gewaltsamen Tod. Das Leben, dass sie sich mit Jesus erhofft haben, scheint in die Brüche zu gehen, sie müssen sich von ihren Lebensvorstellungen verabschieden, sie wissen nicht, wie es weiter geht.
Viele Menschen sind auf der Suche. Viele Menschen wollen glauben und können nicht. Und manchmal – so wage ich zu vermuten – da stellen auch wir uns die Fragen: Kann ich das alles wirklich glauben? Kann ich mit vollem Herzen und vollem Verstand - immer und zu jeder Zeit - aus tiefster Überzeugung sagen: Ja, ich glaube!
Glaube setzt uns immer wieder vor Herausforderung. Glaube ist nicht immer einfach. Glaube ist uns nicht immer zugänglich.
in der Fastenzeit sind Versuchungen – so zumindest für mich – noch mehr im Alltag präsent als sonst. Ich verzichte wie die letzten Jahre auch wieder auf Süßes. Und wie es dieser Verzicht an sich hat, sehe ich Süßes plötzlich überall. Und besonders am Anfang der Fastenzeit erwische ich mich immer wieder dabei, wie ich danach greife. Aus Gewohnheit und Unbedachtheit. Die Fastenzeit als Verzicht ist für mich eine Chance, die eigenen Gewohnheiten neu zu überdenken, Nein zu den großen und kleinen Versuchungen des Lebens zu sagen und bewusst mein Ja zu Gott zu geben.