Warum lässt du dir das gefallen, Jesus?
Warum lässt du dir das gefallen, Jesus?
Sie legen dir ihre Kleider zu Füßen ,
damit du darüber reitest -
welche eine Unterwerfungsgeste .
Dabei bist du nicht gekommen,
um dich bedienen zu lassen!
Sie schreien dir ihr „Hosianna“ entgegen,
rufen nach dem starken Mann,
der sie zum Aufstand führt.
Dabei preist du die Gewaltlosen selig.
Sie fordern von dir
das Kommen des neuen Davidreichs
mit Prachtentfaltung und Königsherrschaft.
Dabei ist dein Reich
nicht von dieser Welt.
Warum lässt du dir das gefallen, Jesus?
Du weißt, dass dein Vater
auch auf krummen Zeilen gerade schreibt
und du bist geduldig und
löscht den glimmenden Docht nicht aus.
Du weißt darum,
wie schnell sie dich in Stich lassen werden,
wenn die Aufgewiegelten ihr
„Kreuzige ihn!“ schreien werden.
Du weißt um ihre kommende
Trauer, ihre Angst und ihre Verlassenheit
und du weißt darum
dass sie - am Ende angelangt -
sich verwandeln lassen
und ein neues „Hosianna“ singen werden,
das „Hosianna“ für eine demütige Liebe.
Du wohnst schon immer
in ihren Herzen und weißt um die Umwege
der Reifung, die sie brauchen.
Du wohnst schon immer
in unseren Herzen, Jesus.
Du führst uns nicht.
Du begleitest uns.
Wo immer wir dich suchen!
Du findest uns.