Wednesday 19. May 2021
Pfarre Steyr-Ennsleite

Das Mahl, mit dem eine neue Zeit beginnt

 

Brot

Jesus macht das Mahl des Teilens zu seinem wesentlichen Vermächtnis und bleibenden Zeichen eines neuen Lebens. Es ist ein Zeichen für einen grundlegenden Paradigmenwechsel für die Welt. Es ist sein Aufforderung an uns: Seid Brot füreinander, so wie ich Brot für euch bin.


Brot

 

Eine Zeit haben sie ausgerufen,

in der es gilt, sich selbst zu leben,

denn ein Ende sollte haben

jede Verachtung des Menschen.

 

Jedoch kann dir die Zeit,

da du für dich selbst lebst,

kein Gesicht geben

und du hinterlässt keine Spuren -

es sei denn solche der Verwüstung.

 

Du findest keine Nähe

wenn du dir selbst der Nächste bist,

denn du bist verlassen,

wenn du dich nur auf dich selbst verlässt.

 

Dass dir die Welt gehört,

dazu wird all deine Tüchtigkeit nicht reichen.

Schau nur, wo du bleibst -

denn du wirst diese Bleibe nicht finden.

Es gibt keine Antwort

auf deinen Schrei: Ich! Ich ! Ich!,

denn es gibt kein Du, dass dein

Widerhall sein könnte,

und du schreist ins Leere.

 

Da ist niemand, der dich achtet,

weil du „Ich!“ geschrien hast

und deine schöne neue Zeit

zerrinnt dir wie Sand unter den Fingern.

 

Aber es wird immer noch erzählt

von dem, der Brot teilte,

denn er hat damit Bleibendes geschaffen.

 

Es wird immer noch erzählt

von dem, der den Becher mit Wein reichte,

denn er konnte sich verschenken,

weil er einen Wert hatte.

 

Es wird immer noch erzählt

von dem, er sich bückte, um Füße zu waschen,

der er hat damit Menschenherzen geprägt.

 

Es wird immer noch erzählt,

von dem, der darum wusste, dass die Frucht

des Korns nach dem Sterben kommt,

denn er hat damit Angst genommen und  Sinn gestiftet.

 

Es wird immer noch erzählt

von dem, der in den  Tod ging

für die, die er liebte,

weil der Mensch ihm das wert war.

 

In diesem Moment

begann die neue Zeit

in der Menschen es wert sind,

dass Menschen sich geben füreinander.

Darum teilen wir heute das Brot

und den Wein

und das Leben.

 

Text und Foto: Burghard Ebenhöh

 

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