Das bunt bemalte Ei hat seine Aus-sagekraft, Sinnbild des Osterfestes zu sein, bis zum heutigen Tag behaupten können. Es ist das herkömmliche Geschenk für Kinder und Erwachsene geblieben und taucht immer noch unter der Godensach auf. Das Osterei findet mehr denn je Verwendung als Tischschmuck, sei es in Strohkörben, an Bändern oder Zweigen. Die Anregung zu diesem übernationalen Brauch geht weniger vom christlichen Osterfest aus, als von der Jahreszeit. Das Ei ist im Frühlings-, im Ernte-, ja selbst im Hochzeitsbrauch ein Symbol des Lebens und der Fruchtbarkeit. Es galt als eine der drei „weißen“ Gaben (Ei, Mehl und Salz), die gegen Zauber gefeit sein sollen. Das Antlaßei, jenes am Gründonnerstag gelegte, ist als besonders wirksam angesehen und nicht selten zu magischen Zwecken verwendet worden. In den mit dem Antlaßei verbundenen Vorstellungen des Volksglaubens macht sich die Verschmelzung von Natur– und Kirchenglaube bemerkbar. Grabungen haben bewiesen, dass das Bemalen von Eiern eine uralte Sitte ist. So enthielt ein Steinsarg aus der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Grabbeigabe für ein Mädchen zwei mit Streifen und Tupfen bemalte Gänseeier. Von beachtlichem Alter sind aber auch Spiele mit Ostereiern, wovon sich bei uns das sogenannte Eierpecken erhalten hat und im ganzen Land verbreitet ist. Die von den Ministranten und Erstkommunionkindern gefärbten Eier wurden am Ostersonntag verteilt. Vielen Dank für eure Mühe!