Ein starkes Zeichen setzten am 26. Oktober ca. 200 Menschen am Stadtplatz Schärding. Sie versammelten sich um eine offene Hand, in der die Erde ruht, als ein alle Gottesvorstellungen der Religionen übergreifendes Symbol. Sie nahmen teil am "Gemeinsamen Gebet um Menschlichkeit", zu dem die verschiedenen Glaubensgemeinschaften einluden.
Gebete und Texte von verschiedenen christlichen Kirchen mischten sich mit einer Weisheit aus dem Buddhismus, und Versen aus dem Koran. Sehr berührend waren die Gesangsbeiträge: Eine Asylwerberin aus Syrien sang ein Lied der Armenisch-Ortohdoxen Kirche, eine junge Türkin ein Loblied auf Allah; "You've got a friend" klang aus dem Mund eines 15-jähriges Flüchtlings-Mädchens aus Tadschikistan. Sehr viele sangen mit, als "Ubi caritas et amor, Deus ibi est" angestimmt wurde. Eine Überraschung bereiteten Vertreter der muslimische Gemeinschaft, als sie zwei weiße Tauben als Friedenssymbol in die Freiheit entließen. Bei Tee und vielen Gesprächen klang der Abend aus.
Das Gebet wurde organisiert von einer Plattform, in der sich seit zwei Jahren Vertreter der verschiedenen Glaubensgemeinschaften regelmäßig treffen, um die unterschiedlichen Glaubenstraditionen kennenzulernen und Beziehungen zu knüpfen.