Zeitenblicke
Der aufgeweckte und wissbegierige Knabe kam im Jahr 1837 an das Stiftsgymnasium. Nach dem Gymnasium und dem Lyzeum trat Leonhard Achleuthner ins Stift ein; am 18. September 1845 wurde er eingekleidet und erhielt auch als Mönch den Namen Leonhard.
P. Leonhard übernahm verschiedene Dienste in Schule und Wissenschaft und in der Stiftsverwaltung. Im Jubeljahr 1877 wurde er Direktor des Gymnasium in Kremsmünster.
Als Abt Cölestin Ganglbauer zum Fürsterzbischof von Wien ernannt wurde, wählte das Stiftskapitel am 28. September 1881 P. Leonhard zu seinem Nachfolger in der Leitung des Stifts. Mit der für ihn charakteristischen Tatkraft setzte er eine ganze Reihe von Maßnahmen durch.
In Pettenbach war er auf interessante Weise tätig. Auf seine Initiative hin wurde im Pfarrhof das prächtige Bischofszimmer errichtet.
Ein besonders sichtbares Zeichen von Abt Leonhard ist der Hochaltar der Kirche Heiligenleithen. 1891 stiftete er den neugotischen Altar seinem Namenspatron. Die Gesichtszüge des hl. Leonhard auf dem Hauptrelief sollen seine Gesichtszüge zeigen.
Auch für Land und Staat war Abt Leonhard tätig. Er wurde 1884 zum Landeshauptmann von Oberösterreich berufen und blieb dies bis 1896. Seit 1887 war er lebenslängliches Mitglied des Herrenhauses.
Nachdem er 1902 einen Schlaganfall erlitten hatte, starb er am 15. Februar 1905. Er ist in der Äbtegruft am Marktfriedhof Kremsmünster bestattet.