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Pfarrgemeinde Urfahr-St. Leopold
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Di. 07.07.26

Unser neuer Junia-Stab

Erläuterungen zum Stab und zur Hl. Junia

"Neben dem Pilgerhut und der Pilgertasche (und der Pilgermuschel der Jakobspilger) gilt der Stab als äußerlich sichtbares Zeichen der Pilgerschaft. Er wurde dem Pilger im Mittelalter während des Pilgersegens überreicht[3]. Im Pilgerführer des Jakobsbuchs aus dem 12. Jahrhundert wird er als „dritter Fuß“ des Pilgers bezeichnet, der die Dreifaltigkeit symbolisieren und dem Wallfahrer (auch spirituellen) Halt geben soll.[4] Auch von der Verwendung des Stabes als Waffe etwa gegen Straßenräuber und Hunde wird berichtet." aus Wikipädia, Art. "Pilgerstab"

 

Die Pfarre Urfahr St. Junia ist eine Neugründung bzw. Zusammenlegung aller früheren Pfarren in Urfahr + Lichtenberg, jetzt acht Pfarrgemeinden, die eine Pfarre bilden. In einer Befragung und Abstimmung wurde als gemeinsame Pfarrpatronin die Hl. Junia gewählt. Eine ganz junge und gleichzeitig ganz alte Heilige: Jung, weil sie erst im letzten halben Jahrhundert wieder von der Bibelwissenschaft als Frau, als Apostelin identifiziert wurde, nachdem sie mindestens über ein Jahrtausend meist mit Junius übersetzt worden ist. Alt, weil sie im Römerbrief des Apostels Paulus vorkommt, jenes Autors, der unter den Bibelautoren die größte historische Greifbarkeit besitzt und zumindest auch historischer Zeitgenosse Jesu war.

 

Da Junia ähnlich dem Heiligen Paulus wohl viele Kilometer wandernd zu Fuß verbracht hat, hat sich die Pfarre Urfahr auf der Suche nach einem verbindenden Kunstwerk für einen Pilgerstab entschieden. Die Ausschreibung hat die Künstlerin Iris Andraschek gewonnen und für uns 8 Pilgerstäbe mit Sockeln entworfen. Auf dem Sockel befindet sich ein Bild der Hl. Junia, welches aus einem Fotoshooting von fast 100 Frauen aus St. Junia am Computer zusammengeschmolzen wurde; ein Hinweis auf unser aller Berufung, das Werk Christi und das Werk der Heiligen fortzusetzen in gleicher Würde und Berufung unabhängig von Geschlecht und Hautfarbe etc. 

 

„Grüßt Andronikus und Junia, die zu meinem Volk gehören und mit mir zusammen im Gefängnis waren. Sie ragen heraus unter den Aposteln und haben sich schon vor mir zu Christus bekannt.“ (Röm 16,7)

 

Nachdem der Hl. Paulus sein Bekehrungserlebnis nach heutiger Forschung schon wenige Jahre nach Jesu Tod und Auferstehung hatte, die Apostelin Junia aber schon vor ihm zum Glauben kam, ist sie wohl noch mindestens Zeitgenossin Jesu gewesen.

 

Der Junia-Stab ist ein Pilgerstab, der sich aus sechs verschiedenen Hölzern zusammensetzt, die aus Gegenden kommen, in denen Junia vermutlich gewesen ist (das siebte Stück Holz stammt aus dem Kirchendachboden von St. Leopold):

KILIKIEN (heutige Türkei, südöstliches Kleinasien) – Wacholder und Maulbeere

               man vermutet, dass Junia aus dieser Gegend stammte

ISRAEL – JERUSALEM: Olivenbaum (vermutlich hat Junia dort den Glauben an

              Christus kennengelernt

ROM: Mimose, Lorbeer und Granatapfel 

          (in der Gemeinde von Rom grüßt Paulus Junia zusammen mit - wohl ihren Ehegatten Andronikus - Junia)

Erkärung der Hölzer

 

Beim großen Junia-Gottesdienst unter der Neuen Eisenbahnbrück wurden am 14. Juni 2026 anlässlich der Bischofsvisitation die gerade fertig gewordenen acht Juniastäbe präsentiert und von Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer gesegnet.

Pastoralvorstand Matthias List, die Künstlerin Iris Andraschek und ihr Kollege
Pastoralvorstand Matthias List, die Künstlerin Iris Andraschek und ihr Kollege

Sankt Junia

Gedenktag 17. Mai | Gefährtin von Paulus, Apostelin, Missionarin, Gemeindeleiterin * in Cilicien in der Türkei † im 1. Jahrhundert in Rom

„Grüßt Andronikus und Junia, die zu meinem Volk gehören und mit mir zusammen im Gefängnis waren; sie ragen heraus unter den Aposteln und haben sich schon vor mir zu Christus bekannt.“ Röm 16,7

Obwohl wir nur in einem einzigen Vers von Junia etwas erfahren, stecken darin doch interessante Details: sie war mit Andronikus (von dem wir auch nicht mehr wissen) zusammen mit Paulus im Gefängnis, sie haben sich schon vorPaulus zu Christus bekannt und sie ragen heraus unter den Aposteln. Die Bekehrung des Paulus wird heute etwa ins Jahr 33 bis 36 datiert; Jesu Tod und Auferstehung werden zwischen 29 und 33 datiert.

Es könnte so gewesen sein:

Wir schreiben das 5. Regierungsjahr des röm. Kaisers Nero (od. das Jahr 58 unserer Zeitrechnung). Junia und Andronikus werden wegen ihrer Missionstätigkeit in Cäsarea ins Gefängnis geworfen und treffen dort auf DEN Verbreiter der Frohen Botschaft von Christus, auf Paulos von Tarsos. Es ist noch kein einziges Evangelium geschrieben; einzig Paulus hat schon einige Briefe an seine Gemeinden in Kleinasien (Griechenland – Türkei) geschrieben. Es existieren wohl schon verschiedene schriftliche Aufzeichnungen mancher Apostel, also Gründer von Gemeinden, die dem „neuen Weg“ folgen und verbreiten, aber es ist noch nichts systematisch gesammelt und aufgezeichnet. Einige größere Gemeinden der wichtigsten Städte beginnen die Briefe des bedeutsamsten Apostels – nämlich von Paulus – zu sammeln.

Junia und Andronikus treffen also als Gefangene auf Paulus und dieser ist neugierig, was sie zu erzählen haben. Junia beginnt zu erzählen:

Junia: Ich habe IHN (Jesus) einmal noch leibhaftig erlebt, wie er in Galiläa vor einer großen Volksmenge vom Kommen der Wirklichkeit Gottes gepredigt hat. Seine Ausstrahlung war einfach unbeschreiblich. Es gab auch Heilung einiger Kranken bei diesem Anlass. Ich konnte ihm damals noch nicht folgen, weil wir mussten zurück zu unseren Kindern, aber dieser Mensch und seine Botschaft gingen mir nicht mehr aus dem Kopf. Ein paar Jahre später erschien ER mir völlig realistisch im Traum und er sagte zu mir: Junia, ich habe dich auserwählt, die jüdischen Führer haben mich an die Römer ausgeliefert, die mich gekreuzigt haben; aber Gott hat mich leibhaftig auferweckt, sieh hier meine Wundmale, fass mich an! Ich bin der, den du vor 3 Jahren erlebt hast. Du bist eine der Auserwählten, genau wie meine 12 Jünger od. Apostel/meine engsten Gesandten: Geh mit deinem Mann zu allen Städten und Dörfen in deinem Umkreis und mache sie zu meinen Jüngern und Jüngerinnen. Erzähl ihnen, wie gut es Gott mit ihnen meint, dass er kein böser oder strenger Herrscher ist, sondern seine Güte über Böse und Gute wie die Sonne aufgehen lässt, damit alle Menschen in Frieden, Eintracht und Liebe glücklich werden können. Keine Gewalt der Welt kann euch aufhalten, auch nicht der Tod.

Der Traum war so echt, es war mehr als ein Traum, es war eine mystische Erfahrung, die mir heute nach mehr als ¼ Jahrhundert noch genauso emotional lebendig und prägend in Erinnerung ist.

Mein Mann Andronikus, ich und unsere 4 Kinder haben also diese beglückende Offenbarung und Enthüllung eines ganz neuen Gottesbildes allen Menschen erzählt, zusammen regelmäßig Abendmahl gefeiert, wie der Herr es mir auch im Traum genau aufgetragen hat und so sind überall große Gemeinschaften in Cilicien entstanden. Zuerst in unserer Stadt, dann in den umliegenden Dörfern, dann sind wir weiter gezogen in die umliegenden Städte und haben uns dort verdient gemacht, Arbeiten gefunden und viele liebe Menschen zu Freunden gewonnen. Es war eine so herrliche und aufregende Zeit. Ich war damals erst gut 20 Jahre alt, heute werde ich bald 50, aber ich fühle mich noch immer nicht alt. Unsere Kinder haben unser Werk unterstützt und weitergeführt. Sie haben Familien gegründet in 3 verschiedenen Gemeinden und Städten. Es macht uns so glücklich, soviel Liebe und Anerkennung zu erfahren von den Menschen, die sich zu Christus bekennen und dass sie uns soviel Respekt und den Titel „Apostel“ zukommen lassen, weil wir den Herrn noch selbst erlebt haben und er uns unendlich berührt hat mit seiner göttlichen Liebe. Wir taufen die Menschen, wir segnen sie und feiern mit ihnen das Liebesmahl, das Dankmahl mindestens jede Woche am 1. Tag. Das gibt uns soviel Kraft, dass uns die vielen Anfeindungen und Konflikte, die es auch mit vielen Menschen und Behörden und Stadthaltern gibt, nicht abhalten können. Daher ist es uns auch die größte Ehre, dass wir nun auch festgenommen, ausgepeitscht und mit dir dem berühmtesten Apostel Christi zusammen ins Gefängnis gekommen sind. Du weißt ja die römischen Stadthalter hören auf jene Schwurbler und ängstlichen Menschen, die jede Veränderung fürchten und für die jedes Erzählen von Befreiung und Gleichheit und Heilung unter den Menschen ein Angriff auf ihre heilige Ordnung und den Kaiser ist.

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