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Geliebt

Predigtgedanken – Taufe des Herrn – 11. Jänner 2026
Predigt gedanken
KonsR Mag. Franz Starlinger
Pfarrer
T.: 07613/2306
M.: 0676 8776 5166


Eine Stimme durchbricht den Himmel: „Das ist mein geliebter Sohn.“ Sie bejaht: „An ihm habe ich Gefallen gefunden.“
Jesu Identität entsteht nicht aus Leistung. Nicht aus Selbstinszenierung. Nicht aus Macht. Er empfängt sich – aus der Liebe des Vaters. Das ist die Quelle seiner Sendung.

Nicht Popularität, nicht Beifall. Die Stimme verankert ihn. Jesus weiß, wer er ist, weil er weiß, zu wem er gehört. Und die dabei sind, wissen es jetzt auch.
Und wir? Was macht unsere Identität als Christen aus? Nicht die Summe unserer Taten. Nicht das Ansehen, das wir genießen. Nicht einmal die Zugehörigkeit zur Kirche. Im Kern ist es dies: Wir sind Kinder Gottes. Bejaht, bevor wir etwas leisten. Gesehen, bevor wir uns beweisen. Geliebt, bevor wir handeln.

 

Identitätskrise

Und doch – eine tiefe Verunsicherung in der Kirche, in der Gesellschaft, im eigenen Herzen. Die Kirche kämpft um Glaubwürdigkeit. Christen schwanken zwischen Bewahren und Aufbruch. Unsere Kultur fragt: Hat der Glaube noch eine Stimme? Und viele von uns fragen: Wer bin ich? Wo gehöre ich hin? Was bedeutet es heute, Christus nachzufolgen?
Wir leben in einer Welt voller Vergleiche. Identität wird zur Marke, zum Projekt, das wir selbst erschaffen müssen. Wir inszenieren uns. Anders gesagt: Unsere Identität steckt in der Krise. Die Stimme, die über dem Jordan den Himmel durchbricht – klingt heute neu. Für dich. Für mich. Für jeden von uns: „Du bist mein geliebtes Kind.“ Nicht als billige Vertröstung, sondern als Vergewisserung. Als Wort, das trägt, in Zeiten der Verunsicherung, der Orientierungslosigkeit. Dann, wenn alles ins Wanken gerät, das wir für sicher hielten.

 

Verankert und getragen

Aus dieser Identitätskrise herauszuwachsen heißt: Mich zurückfallen lassen in dieses Wort. Mich erinnern: Meine tiefste Wahrheit ist nicht gemacht. Sie ist geschenkt. Mich jeden neuen Morgen neu verankern in dieser Zusage: Ich bin bejaht. Ich bin gesehen. Ich bin geliebt.
Wer getragen ist von Gottes Liebe, muss sich nicht ständig etwas beweisen. Er lebt in innerer Ruhe, selbst mitten im Trubel. Ein Christ, der aus dieser Identität lebt, sagt Nein, wo es zu viel wird, und Ja, wo Liebe gefragt ist. Geliebte Kinder müssen nicht verurteilen, um sich selbst größer zu machen. Sie können mit weitem Herzen auf andere schauen. Fehler vergeben. Geduldig sein. Weil sie wissen: Ich bin angenommen – bedingungslos.
Wer tief in seinem Inneren weiß: „Ich bin geliebt“, kann Schritte wagen – im Glauben, im Engagement, im Einsatz für andere. Christen, die aus der Zusage Gottes leben, handeln, nicht aus Angst vor dem Scheitern, sondern aus Vertrauen, dass er sie hält. Vielleicht können wir uns dieses Wort wirklich zu Herzen nehmen: „Du bist mein geliebtes Kind.“
So ein Wort ist stärker als Angst. Stärker als Kritik. Stärker als jede Krise. Es ist wie ein fester Grund, wenn ringsum alles ins Wanken gerät. Wenn wir daraus leben, dann wird unser Leben selbst zu einer Botschaft. Dann spüren Menschen an uns: Da ist jemand, der weiß, wer er ist – und wessen er ist. Ein geliebtes Kind Gottes.

 

Franz Starlinger, Pfarrer


zu den Bibelstellen:

Jes 42,5a. 1-4. 6-7 | Ps 29,1-2. 3ac. 4.3b. 9b-10 | Apg 10,34-38 | Mt 3,13-17

als PDF-Dateien zum Download:

 

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Mi 8:00

Do 18:00

Sa 19:00

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