Wir trauern um Bischof em. Maximilian Aichern
Geboren am 26. Dezember 1932 als Sohn eines Fleischhauers in Wien, trat er 1954 ins Benediktinerkloster St. Lambrecht (Steiermark) ein. Er studierte in Salzburg und Rom, wo in Subiaco die Priesterweihe folgte; 1977 wurde er Abt von St. Lambrecht.
Papst Johannes Paul II. ernannte ihn zum 12. Bischof von Linz. Die Bischofsweihe am 17. Jänner 1982 führte rund 10.000 Gläubige in den Linzer Mariendom. Als bischöflichen Wahlspruch wählte sich Maximilian Aichern „In caritate servire“ (In Liebe dienen). Sein persönlicher Lebensstil war auch als Bischof stets von Einfachheit und Bescheidenheit geprägt.
2005 übergab er das Amt des Bischofs und brachte sich auch weiterhin in der Diözese und weit darüber hinaus aktiv in das kirchliche, gesellschaftliche, soziale und kulturelle Leben ein.
Bischof Maximilian war der Pfarrgemeinde Hagenberg stets verbunden, besuchte er uns so oft wie kein Bischof zuvor, nämlich 8-Mal. In seine Amtszeit fallen nachhaltig prägende pfarrliche Ereignisse. 1982 legte er den Grundstein für die neue Pfarrkirche-Hl. Josef, am 16. Oktober 1983 weihte er diese ein. Für Überraschung sorgte er im Sommer 1982, als unser damaliger Pfarrer Kasimir Wider aufgrund eines Unfalls in der Tschechoslowakei bleiben musste. Am Sonntag, 29. August staunten die Hagenberger nicht schlecht, als es Bischof Maximilian selbst war, der die beiden Sonntagsgottesdienste mit der Pfarrgemeinde feierte.
Zweimal spendete er das Sakrament der Firmung in Hagenberg, nämlich 1986 im Rahmen einer Visitation und im Jahr 2000.
Ein weiterer besonderer Tag war der 21. September 2003, als Bischof Maximilian Bruno Fröhlich in Hagenberg zum Diakon weihte.
2008 feierte er mit uns das 25-jährige Jubiläum der Kirchweihe. Ein letztes Mal besuchte er uns 2023 zur Feier des 40-jährigen Kirchweihjubiläums. In seiner Festpredigt wies er auf den Zusammenhalt in den Familien hin – da in der Familie und vor Ort beginne, was sich in Kirche, Politik und Gesellschaft widerspiegelt. Bischof Aichern betonte die Bedeutung der Pfarrgemeinde, die ein Ort sei, an welchem sich das Leben verdichtet. In diesem Sinne dankte er allen, die sich um ein lebendiges Pfarr- & Gemeindeleben bemühen oder es in der Vergangenheit getan haben und er bat weiterhin um das Engagement für Kirche und Gesellschaft, deren lebendige Bausteine alle Menschen sind. Bischof Maximilian gab allen den Wunsch mit: „Lasst euch die Freude am Menschsein nicht nehmen! Lasst euch die Freude am Christsein nicht nehmen!“
Lieber Bischof Maximilian, DANKE für dein Wirken als Hirte und Brückenbauer, für dein Engagement für eine lebendige Kirche und für die Menschen, für dein Vorbild als Mensch und Christ und für deine persönlichen Ermutigungen! Vergelt’s Gott dafür! Lieber Bischof Maximilian, bitte schau auch weiterhin auf uns und die Kirche!
Auf diesem Fundament bauen wir weiter als lebendige Bausteine der Kirche Jesu. Leben wir in Freude unser Mensch- und Christ:in-Sein!
Seelsorgeteam und Pfarrgemeinderat Hagenberg-Hl. Josef
am Gedenktag des Hl. Johannes Bosco, 31. Jänner 2026
Ausführlicher Lebenslauf:
Maximilian Aichern wurde am 26. Dezember 1932 als Sohn eines Fleischhauers in Wien geboren. Sein Vater stammte aus Kärnten, die Mutter aus Niederösterreich. 1954 trat er in das Benediktinerkloster St. Lambrecht (Steiermark) ein. Er studierte an der Universität Salzburg und an der Päpstlichen Hochschule Sant‘Anselmo in Rom. 1959 wurde er in der Abtei Subiaco bei Rom zum Priester geweiht. 1964 erfolgte die Wahl zum Abtkoadjutor. Die Abtweihe empfing Maximilian Aichern am 12. Juli 1964. 1977 wurde er, nach dem Tod seines Vorgängers, Abt von St. Lambrecht. Ein Jahr später wählte man ihn auch zum Abtpräses der österreichischen Benediktinerkongregation.
Am 15. Dezember 1981 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum zwölften Bischof von Linz. Die Bischofsweihe am 17. Jänner 1982 führte trotz der arktischen Temperaturen rund 10.000 Gläubige in den Linzer Mariendom. Die Weihe wurde von Kardinal Dr. Franz König gemeinsam mit Bischof Dr. Franz Zauner und Bischof Dr. Alois Wagner vollzogen. Als bischöflichen Wahlspruch wählte sich Maximilian Aichern „In caritate servire“ (In Liebe dienen). Sein persönlicher Lebensstil war auch als Bischof stets von Einfachheit und Bescheidenheit geprägt.
Vom Beginn seines bischöflichen Wirkens an gewann Bischof Maximilian mit seiner herzlichen, zugewandten Art die Zuneigung der Oberösterreicher:innen. Es war kennzeichnend für sein bischöfliches Wirken, dass er in nur zehn Jahren nach seinem Amtsantritt in sämtlichen Pfarren der Diözese zur offiziellen bischöflichen Visitation war. Zu den Höhepunkten der ersten zehn Jahre im Bischofsamt gehörten zweifellos auch die beiden Besuche von Papst Johannes Paul II. in Österreich (1983 und 1988).
Bischof Maximilian machte sich über die Grenzen Österreichs hinaus einen Namen als „Sozialbischof“. Immer wieder meldete er sich zu Wort, wenn es galt, die Menschenwürde zu verteidigen und wenn durch gesellschaftliche Tendenzen die Verzweckung des Menschen drohte. Der 1990 erschienene „Sozialhirtenbrief“ der österreichischen Bischöfe, das Sozialwort der 14 christlichen Kirchen 2003, die 1997 im Bischofshof unterzeichnete „Allianz für den freien Sonntag“ – alle diese sozialen Meilensteine trugen Aicherns Handschrift.
Ein besonderes Anliegen waren ihm auch ein fruchtbares Miteinander von Priestern, Diakonen und Laienmitarbeiter:innen in der Seelsorge und die Förderung von Frauen. Er gründete 1997 die diözesane Frauenkommission und startete 2001 einen Gleichstellungsprozess in der Kirche Oberösterreichs.
Am 18. September 2005 übergab Bischof Maximilian Aichern das Amt des Diözesanbischofs an den bisherigen Weihbischof von Wien, Ludwig Schwarz. Auch unter Diözesanbischof Manfred Scheuer, der das Amt am 17. Jänner 2016 von Bischof Ludwig übernahm, brachte sich Bischof Maximilian in der Diözese und weit darüber hinaus aktiv in das kirchliche, gesellschaftliche, soziale und kulturelle Leben ein. Ein Anliegen war ihm stets ein enger Kontakt zu den Partnerdiözesen, zudem vertrat er viele Jahre lang die österreichischen Bischöfe in der italienischen Bischofskonferenz. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen, so war er Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens des Landes OÖ.
Maximilian Aichern unterstützte Bischof Manfred Scheuer bis ins hohe Alter in liturgischen und repräsentativen Aufgaben; er übernahm Aushilfen in oberösterreichischen Pfarren und manche Dienste auch in österreichischen Klöstern. Probleme mit den Beinen hatten ihn in seinen letzten Lebensjahren in seiner Mobilität erheblich eingeschränkt und ihn zunehmend geschwächt.
In den Morgenstunden des 31. Jänner 2026 verstarb Maximilian Aichern im 94. Lebensjahr. Bischof Manfred Scheuer, seine Haushälterin und Betreuerin Hildegard Rattan und sein Sekretär und Zeremoniär Thomas Hintersteiner beteten in seinen letzten Stunden mit ihm und für ihn. Maximilian Aichern hatte am 26. Dezember seinen 93. Geburtstag gefeiert. Am 17. Jänner 2026 hatte sich der Tag seiner Bischofsweihe im Linzer Mariendom zum 44. Mal gejährt.
Bischof Manfred Scheuer in einer ersten Stellungnahme: „Traurig aber mit großer Dankbarkeit blicke ich auf das Wirken von Bischof Maximilian Aichern, der unsere Diözese mit seinem weiten Herzen, seiner Menschenfreundlichkeit und seinem tiefen Glauben geprägt hat. Er war ein Brückenbauer, der stets den Dialog suchte – in der Kirche ebenso wie in der Gesellschaft. Seine geistige Strahlkraft und sein unerschütterliches Vertrauen in eine gute Zukunft bleiben uns Vermächtnis und Auftrag. Und dennoch: Er wird uns allen sehr fehlen. Ich möchte einladen zum Gebet für unseren Bischof Maximilian. Gott schenke ihm den Himmel.“
Links rund um das Ableben von Bischof Maximilian