Monday 23. May 2022

Dritter Adventsonntag - Gaudete

Wort zum Sonntag

Im Unterschied zur griechischen Klassik (Sokrates, Platon, Aristoteles, …) stand in der römischen Philosophie die Ethik (oder Moral) ganz oben auf der Liste der Themen. Im heutigen Evangelium (Lk 3,10-18) geht es den Menschen auch um die Frage nach dem richtigen Handeln (Ethik).

Was sollen wir tun? fragen verschiedene Bevölkerungs- und Berufsgruppen Johannes den Täufer. Johannes entpuppt sich bei seiner Beurteilung als harter Rechner. Seine Botschaft ist keine verträumte Sozialutopie wie wir sie vielleicht von einem Einsiedler in der Wüste vermuten würden, sondern Gerechtigkeit und konkrete Handlungsanweisung für jede Situation. Kein Wort davon, keinen Zoll einzuheben, oder den Soldatendienst zu quittieren, nein, aber sich an die Regeln zu halten, ist für Johannes das Entscheidende. Teilt miteinander, foltert nicht und beutet nicht aus; behandelt einander mit ehrfürchtigem Respekt, weil in der Begegnung mit dem Nächsten Dir Gott begegnet.

Jesus selbst wird in der Bergpredigt diesen Grundsatz in die sog. Goldene Regel fassen: Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, das tut auch ihnen. (Mt 7,12)

In der säkularen Philosophie formuliert Jahrhunderte später der deutsche Philosoph Immanuel Kant (1724-1804) die Grundregel: Handle jederzeit so, dass die Grundsätze und Werte deines Handelns für die gesamte Gesellschaft gelten können. (kategorischer Imperativ) Dieser Grundsatz gilt bis heute in verschiedenen Formulierungen als der wichtigste Grundsatz jeder Ethik, und ist als solcher auch das Fundament für die Menschenrechte, wie wir sie heute kennen.

Was muss ich tun?

Nach welchen Grundsätzen richten wir heute unser Handeln aus? Was würde passieren, wenn jeder Mensch nach den selben Grundsätzen lebte, wie wir selbst? Johannes versucht diese Grundregel im Evangelium auf verschiedene Berufs- und Bevölkerungsgruppen herunterzubrechen.

Ich möchte DICH heute einladen, dir selbst dieselbe Frage zu stellen: Was muss ich tun? Vielleicht wird alleine dadurch in unserer Gesellschaft weniger ausgegrenzt und vielmehr miteinander gelebt. Christentum, Jesus möchte uns nicht aus unserem Leben und Alltag herausreißen, sondern möchte unser Leben und unseren Alltag so verändern, dass in der gesamten Gesellschaft das Leben spürbar wird, das Gott schenkt.

Andreas Golatz

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