Mariä Aufnahme in den Himmel
Maria Himmelfahrt
Mitten im Sommer feiern wir zu „Mariä Himmelfahrt” oder – wie es theologisch korrekt heißt – „Mariä Aufnahme in den Himmel” den Glauben daran, zukünftig mit Leib und Seele in die Vollendung Gottes aufgenommen zu sein. Symbolisch sammeln wir dafür Kräuter und binden Kräuterbuschen, die dann gesegnet werden.
Gottesdienste am Samstag, 15. August 2026
08:00 Uhr Messe
10:00 Uhr Messe

Bedeutung, Geschichte und Brauchtum
Das Hochfest Mariä Aufnahme in den Himmel lässt sich bis ins fünfte Jahrhundert zurückverfolgen, wo man die Entschlafung („dormitio“) der Gottesmutter feierte. Schon vor dem Konzil von Chalcedon im Jahr 451 nach Christus wurde in der Ostkirche die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel gefeiert, spätestens ab dem siebten Jahrhundert ist das Fest auch für die Westkirche belegt. 1950 wurden die Inhalte dieses Festes nach einer langen Auseinandersetzung innerhalb der Kirche – da die leibliche Aufnahme Marias in den Himmel nicht biblisch belegt ist, aber eine jahrhundertelange Tradition in der Volksfrömmigkeit hatte – von Papst Pius XII. zum Dogma erklärt. Das Datum dieser Dogmatisierung ist nicht zufällig: Nach den Barbareien und Höllen des Zweiten Weltkrieges und der Shoah sollte es ein Zeichen der Hoffnung und der Lebensfreude sein.
Die im Volksmund gebräuchliche Bezeichnung des Festes als „Mariä Himmelfahrt” ist theologisch betrachtet übrigens irreführend, weil dies zum Ausdruck bringt, dass Maria aus eigener Kraft in die Herrlichkeit des Himmels aufgestiegen ist. Gott hat Maria jedoch in die Herrlichkeit des Himmels erhoben und aufgenommen, sodass das Fest in der katholischen Kirche korrekt als „Mariä Aufnahme in den Himmel” bezeichnet wird.
In zahlreichen Pfarren ist das Hochfest mit dem Brauch der Kräutersegnung verbunden: Die zu Sträußen gebundenen, gesegneten Kräuter und Blumen sollen Böses abwenden und Schutz vor Gefahren bieten. Damit half der Brauch – belegt ab dem zehnten Jahrhundert – auch, heidnische Sitten aus dem Volksglauben mit neuen Inhalten aus dem christlichen Glauben zu verbinden. Die duftenden Kräuterbuschen weisen auch auf die Legende hin, dass Marias Leichnam keinen Verwesungsgeruch, sondern wohlriechende Düfte verströmt hatte – so verbindet sich darin die Erinnerung an den Wohlgeruch Marias mit der Freude an der Schöpfung.