Karl Lindner +
Über die Eckdaten seines Lebens können Sie auf der Parte oder auf der Diözesanhomepage lesen.
Den Livestream zum Begräbnisgottesdienst finden Sie auf unserer Facebookseite: www.facebook.com/PfarreGaflenz/live.
In Gaflenz war er 12 Jahre als Pfarrmoderator (zwischenzeitlich auch als Pfarrprovisor) tätig, ehe er in den Ruhestand wechselte. Schon damals war er gern in Gaflenz, und die GaflenzerInnen freuten sich, wenn er mit ihnen feierte, auf Ausflüge mit Senioren oder Pensionisten fuhr oder auf andere Weise seelsorglich tätig war.
Mit seiner Pensionierung kam er ins Haus Karl Borromäus, wo er nach seiner depressiven Phase auch als Seelsorger wirkte. Anfang 2010 kam er nach Gaflenz. Durch eine manische Phase waren die ersten Monate sehr schwierig. Diese Zeit tat ihm im Nachhinein sehr leid. Mit Unterstützung von vielen Seiten schaffte er im Sommer, die Krankheit zu überwinden.
Zum Erntedankfest 2010 kam er in Gaflenz wirklich an und fand hier seine Heimat, wo er gern wohnte und wirkte. Er arbeitete in der Caritas mit und natürlich in der Liturgie, er feierte regelmäßig die Hl. Messe, und auch bei Festen war er gern dabei und unter den Leuten. Er feierte mit den Menschen Hochzeit und taufte viele Kinder, auch für eine Beichte stand er immer zur Verfügung. Er besuchte alte und kranke Menschen und auch im Altenheim Weyer feierte er regelmäßig Gottesdienste. In Kleinreifling zelebrierte er wöchentlich die Vorabendmesse. Immer wieder gern war er auch in der Sebaldikirche am Heiligenstein.
Im Lockdown war er in seiner (Gottseidank nicht zu kleinen) Wohnung und schaute gelegentlich gern beim Fenster hinaus, denn vom Friedhof oder vom Bäcker kamen immer wieder Leute vorbei, mit denen er ein paar Worte wechseln konnte. Oder er telefonierte. So konnte er auch in dieser Zeit als Seelsorger wirken.
Er freute sich sehr, als er wieder mit seiner Pfarre die Hl. Messe feiern konnte und sich die Kirche immer mehr füllte.
Es tat so gut, ihn in unserer Mitte zu haben.
Sein letzter Sonntagsgottesdienst war das Erntedankfest beim Abelenzium. Dank des schönen Wetters war der Platz voll mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Beim Frühschoppen der Bauernschaft konnte er noch mitten unter den Menschen seiner Pfarre sein. Niemand ahnte, dass es sein persönlicher Erntedank werden sollte.
Nun müssen wir Abschied nehmen, denn von einem Hausbesuch mit Krankenkommunion beim 100-jährigen Bergerbauer kam er nicht mehr zurück. Am Weg zurück ereilte ihn der Ruf in die ewige Heimat.
Möge Gott ihm vergeben, was in seinem Leben schief gelaufen ist, und ihn reichlich belohnen für all das Gute, das er in seinem Leben gewirkt hat.
In tiefer Trauer und Dankbarkeit
Martin Rögner
(Pastoralassistent und Diakon)