"Geht auch ihr in meinen Weinberg"
„Neid macht Leid“, sagt ein Sprichwort. Darin steckt eine tiefe Wahrheit und das bestätigt auch die Heilige Schrift. Dort ist Neid nicht von ungefähr ein immer wiederkehrendes Motiv, das oft als Auslöser für schwere Konflikte, Verrat und Gewalt geschildert wird.
Im Buch Genesis ist davon die Rede, dass Kain so vom Neid gegenüber seinem Bruder Abel zerfressen wird, dass er ihn kurzerhand erschlägt – der erste Mord der „Menschheitsgeschichte“, wenn man so will.
Weil der Patriarch Jakob seinem Sohn Josef ein prächtiges Gewand schenkt und ihn so in den Augen seiner Brüder bevorzugt, beginnen sie ihn aus Neid zu hassen, werfen ihn in eine Zisterne und verkaufen ihn schließlich als Sklave nach Ägypten.
Und selbst unter den Jüngern Jesu wird vom Neid untereinander und in der Folge von Rangeleien und Streitereien berichtet, wer denn wohl am Ende im Reich Gottes die bevorzugten Plätze und damit vermeintlich mehr Nähe und Liebe von Jesus bekommen wird. Nur drei Beispiele von vielen.
Diese Erzählungen zeigen: Neid ist tief in die Menschheitsgeschichte und auch in die Heilsgeschichte eingeschrieben, und birgt eine ungeheuer zerstörerische Triebfeder in sich. Und dieses Zerstörerische beginnt immer mit dem Vergleich, beginnt in dem Augenblick, wo ein Mensch es nicht mehr fertigbringt bei sich selbst zu bleiben und bei dem, was er hat. Das zeigt uns das heutige Evangelium in so deutlicher und drastischer Weise. ......."
Aus den Predigtgedanken von Dr. Josef Keplinger
