"Vergib deinem Nächsten das Unrecht"
Das Sonntagsblatt zum Ausdrucken und zum Nachlesen
Die Verlautbarungen der kommenden Woche
".....Wo wir Menschen einander nahe stehen, können wir uns auch verletzen und je näher uns jemand steht, desto tiefer kann eine Verletzung gehen. Das gilt in der Familie, unter Freunden, am Arbeitsplatz und auch in der Gemeinde.
„Vergib deinem Nächsten das Unrecht, dann werden dir, wenn du bittest,
deine Sünden vergeben!“ haben wir in der Lesung gehört.
Auch Petrus beschäftigt die Frage nach Vergebung und er fragt Jesus ganz konkret: „Wie oft muss ich meinem Bruder vergeben? Siebenmal?“ Petrus glaubt dabei schon hoch anzusetzen.
Jesus antwortet: Nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal, also sinngemäß: Fang gar nicht erst an zu zählen!
Um das zu erklären erzählt Jesus ein Gleichnis von einem Knecht, der seinem König eine unvorstellbare Summe Geld schuldet. Es ist die Rede von 10.000 Talenten, also etwa 200.000 Tageslöhne. Ein Betrag, den der Knecht niemals im Leben hätte zurückzahlen können.
Der Knecht wirft sich auf die Knie und bittet um Geduld, aber der König tut viel mehr für ihn: Er hat Mitleid und erlässt ihm die gesamte Schuld.
Jesus macht damit deutlich: So handelt Gott mit uns.
Auch wir bleiben Gott und unseren Mitmenschen vieles schuldig.
Wir verletzen andere mit Worten,
wir urteilen vorschnell, wir reden über andere,
wir denken manchmal nur an unseren eigenen Vorteil,
wir vertrauen Gott oft weniger als wir könnten –
eigentlich ein riesiger Schuldenberg auf dem wir da sitzen.
Trotzdem dürfen wir immer wieder zu Gott kommen.
Gott weist uns weder zurück noch fordert er uns auf, zuerst unsere Schulden zu begleichen. Für Gott ist keine Schuld zu groß, Gott vergibt. ........"
Aus den Predigtgedanken von Mag.a Sonja Wiesinger
