"Ich öffne meinen Mund in Gleichnissen."
Das Sonntagsblatt zum Ausdrucken und zum Nachlesen
Die Verlautbarungen der kommenden Woche
"Manchmal könnte man den Eindruck gewinnen, die Welt bestehe nur noch aus schlechten Nachrichten: Kriege und Gewalt, politische Spannungen, gesellschaftliche Polarisierung, wirtschaftliche Unsicherheiten, Umweltprobleme – und dazu noch all die persönlichen Sorgen vieler Menschen. Manche fragen sich: Wo ist Gott in all dem? Warum greift er nicht ein? Warum lässt er das Böse gewähren? Diese Frage ist keineswegs neu.
Sie begleitet die Menschheit seit Jahrhunderten. Und genau auf diese Frage antwortet Jesus im heutigen Evangelium. Ein Bauer sät guten Weizen auf seinen Acker. Doch in der Nacht kommt ein Feind und sät Unkraut zwischen den Weizen. Als die Knechte das bemerken, wollen sie sofort handeln. Sie wollen das Unkraut ausreißen. Doch der Herr des Feldes hält sie zurück:
„Lasst beides wachsen bis zur Ernte.“ Ich muss zugeben: Dieser Satz überrascht mich. Ich selbst würde vermutlich anders reagieren. Wenn etwas schädlich ist, dann soll es möglichst schnell entfernt werden. Wir leben in einer Zeit, die auf Effizienz und schnelle Lösungen setzt. Probleme sollen rasch beseitigt werden, Fehler sollen ehestmöglich korrigiert werden. Doch Jesus zeigt hier eine andere Perspektive: Gott ist geduldig. ......"
Aus den Predigtgedanken von Viktoria Anna Schapfl
