"Bittet den Herrn, Arbeiter für die Ernte auszusenden!"
Das Sonntagsblatt zum Ausdrucken und zum Nachlesen
Die Verlautbarungen der kommenden Woche
"Es gibt Situationen im Leben, da fühlt man sich überfordert und kommt in eine Lage, die man nur schwer aushalten oder alleine lösen kann. Ihr kennt bestimmt solche Momente in eurem Leben.
Wie gut tut es da, wenn ich spüren darf, da ist jemand, an den oder die ich mich wenden kann, die Zeit für mich hat, mir beisteht und mich begleitet?
Heute erreicht uns die Botschaft, dass Gott dieser jemand ist, der uns auf Adlerflügeln trägt, und gerade dann ein Hirte für uns ist, wenn wir uns verloren fühlen.
In der Lesung aus dem Buch Exodus hörten wir, dass das Volk Israel den Auszug aus Ägypten mit all den damit verbundenen Gefahren und Anstrengungen hinter sich gebracht hat und sich jetzt in der Wüste Sinai befindet. Gott erinnert die erschöpften Israeliten an ihre Rettung durch sein kraftvolles Handeln und den Bund, den er mit ihnen geschlossen hat, er erinnert sie an ihre priesterliche Würde und dass er sie als sein heiliges Volk ansieht. Es ist ein großes Heilsangebot, das Gott seinem Volk machte, als er ihnen sagte: „Wenn ihr auf meine Stimme hört und meinen Bund haltet, werdet ihr unter allen Völkern mein besonderes Eigentum sein.“(V. 5)
Im Bild des „Getragen-Seins auf Adlerflügeln“ verdichtet sich für mich die einfühlsame Sorge Gottes für sein Volk Israel, die Kirche und damit auch für uns persönlich: Auch wir werden von den „Adlerflügeln Gottes“ getragen und können nicht abstürzen. Bevor Gott also seinem Volk irgendeinen Auftrag gibt, erinnert er es daran: Ihr seid getragen, ihr seid erwählt und ihr seid mir kostbar. Das finde ich einen wichtigen Gedanken: Gott sagt nicht zuerst: „Leistet etwas!“, sondern er sagt: „Ihr gehört zu mir.“ Die Würde kommt vor der Aufgabe. Die Liebe Gottes geht jeder Leistung voraus.
Dasselbe sehen wir im Evangelium: Jesus sieht die Menschen, die ziemlich erschöpft und verloren zu ihm strömen in der großen Erwartung auf seine Hilfe, denn er war als Wanderprediger und durch seine Heilungswunder weit über seine Heimat Galiläa hinaus bekannt. Jesus sah die vielen Menschen mit ihren Problemen, Sorgen und Anliegen und er „hatte Mitleid mit ihnen, denn sie waren müde und erschöpft, wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ Er ließ sich anrühren von ihrer Bedürftigkeit, ihrer Hilflosigkeit und Not und hat sich den Menschen ganz zugewendet. Dieses Sehen und Mitleiden Jesu ist eine deutliche Parallele zum Sehen und Mitleiden Gottes gegenüber seinem unterdrückten Volk Israel in Ägypten. Da sprach Gott zu Mose: „Ich habe das Elend meines Volkes gesehen…ich kenne ihr Leid.“ (Ex 3,7) ......."
Aus den Predigtgedanken von Mag.a Maria Traunmüller, MA
