"Liebe ist beständig"
Das Sonntagsblatt zum Ausdrucken und zum Nachlesen
Die Verlautbarungen der kommenden Woche
".....,......So kritisiert Hosea, von dessen Buch unsere heutige Lesung stammt, schon 75o Jahre vor Christus, dass Gott keinen Gefallen haben kann an rituellen Opferhandlungen im Tempel, wenn gleichzeitig die Armen des Landes unterdrückt werden. Denn eine solche Haltung zeigt eine fehlende Liebe. Jesus ruft uns im Evangelium den Hosea-Text in Erinnerung, mit den Worten: „Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer“. Es ist jenes Liebesgebot, das für Jesus Voraussetzung einer lebendigen Gottesbeziehung ist, die wiederum ganz selbstverständlich das rechte Verhältnis zu den Nächsten miteinschließt. Eine solch fehlende Liebe kann auch durch alle noch so peniblen Reinheitsvorschriften und feierlichen kultischen Opfergaben nicht ersetzt werden. Jesus hat es immer wieder betont: Gott braucht keine äußeren Werke, sondern freut sich über ein ehrliches Herz und unseren Dank.
Dieser Anspruch Jesu ist in der heutigen Zeit genauso brandaktuell. Er sagt nämlich für mich folgendes: Was nutzt mir in Gottes Augen ein noch so frommes Verhalten, noch so viele Gebete und Kirchgänge, wenn mir eines fehlt – die Empathie und Liebe zu meinen Nächsten. Diese vom Propheten Hosea und Jesus in den heutigen Schriftstellen eingeforderte Liebe zu unseren notleidenden oder ausgegrenzten Mitmenschen ist das, was wir biblisch mit dem Wort „Barmherzigkeit“ ausdrücken. ......."
Aus den Predigtgedanken von Dr. Wolfgang Traunmüller
