"....denn sie werden Kinder Gottes genannt werden .........."
Das Sonntagsblatt zum Ausdrucken und zum Nachlesen
Die Verlautbarungen der kommenden Woche
".............Dieser mittelalterliche Text über das Jüngste Gericht, den auch W. A.
Mozart in seinem Requiem so unvergleichlich vertont hat, ist das längste Stück im Mozartrequiem und ist voller Gedanken von furchterregenden Bildern über diesen Gerichtstag.
Vor allem der ins Mark gehende Beginn des „Tuba mirum“ mit Posaunenklang in Kombination mit dem Bass-Solo und den folgenden Solisten-Stimmen zählen für mich zu den ergreifendsten Augenblicken geistlicher Musik. Umso leuchtender endet jedoch Musik und Werk Mozarts mit Worten des Vertrauens in die Güte und Barmherzigkeit Jesu.
Schon der Prophet Zefanja hat den Reinigungsprozess des „Dies irae“ mit einer Verheißung auf die – durch die Gnade Gottes ermöglichte – Umkehr der Gläubigen verknüpft. Bei ihm finden die Armen und Demütigen des Volkes bei Gott Zuflucht. Dieser gerettete Rest Israels wird zur Keimzelle eines erneuerten und universellen Gottesvolkes, das – fern von Lüge und Ungerechtigkeit – demütig im Vertrauen auf Gottes Schutz in Frieden, im Schalom, leben wird. Wie es der Schlusssatz in der heutigen Lesung beschreibt: „Ja, sie gehen friedlich auf die Weide und niemand schreckt sie auf, wenn sie ruhen.“
So eine Friedenszeit ist für Jesus die Königsherrschaft Gottes („das Himmelreich“). Ein Gnadenangebot für die Welt, von ihm als heilvolle, liebende Zuwendung Gottes zu den Menschen dargestellt. In Jesu Worten wird die Zuversicht lebendig, Gottes Hilfe kommt nicht erst irgendwann in ferner Zukunft am Ende der Zeiten, sondern sie ist durch seine Ankunft in der Welt schon anfanghaft gegenwärtig. Genau in der Absicht verkündet Jesus seine Seligpreisungen. Sie zielen nicht auf einen schnellen Erfolg ab, sondern auf ein nachhaltiges Glücklichsein. Auf das, worauf es im Leben wirklich ankommt. Sie sind nach Papst Leos Worten: „Der Weg und die Botschaft Jesu“.
Auf den ersten Blick erscheint es jedoch eigenartig, die Armen und jene, die nach Gerechtigkeit hungern und dürsten, für selig zu erklären. Denn „Selig, die arm sind“, das klingt doch wie das Gegenteil von allem, was normalerweise als Glück verstanden wird. Sie stellen unser modernes Weltbild, in dem es heißt: „Sei stark, sei erfolgreich, sei mächtig!“, komplett auf den Kopf. Jesus Seligpreisungen sind gerade in der heutigen Welt ein wichtiger Kontrast. Und für uns Auftrag, mit offenen Sinnen durch das Leben zu gehen, das Elend in der Welt nicht zu ignorieren und wegzuwischen – sondern sichtbar zu machen, Empathie zu zeigen und selbst etwas gegen die Armut zu tun. Erst das macht glücklich. ........."
Aus den Predigtgedanken von Dr. Wolfgang Traunmüller