"Kehrt um, das Himmelreich ist nahe!"
Das Sonntagsblatt zum Ausdrucken und zum Nachlesen
Die Verlautbarungen der kommenden Woche
".........Von Licht und Dunkelheit und von einem Blues ganz eigener Art
erichtet auch das Evangelium des heutigen Sonntags. Der Evangelist Matthäus hat es überliefert. Er berichtet über den Beginn des Wirkens Jesu in Galiläa.
Jesus geht von seinem Heimatort Nazareth nach Kafarnaum am See Genezareth in das Gebiet der Stämme von Sebulon und Naftali.
Für die meisten von uns sind das einfach zwei fremdklingende Worte, die wohl kaum eine Emotion auslösen. Für die Juden zur Zeit Jesu dürfte das vermutlich ganz anders gewesen sein. Die hat es wahrscheinlich in einer Art und Weise „elektrisiert“, wenn sie diese beiden Worte hörten. Sebulon und Naftali sind die beiden Stämme Israels, die als erste von den feindlichen Assyrern vernichtet wurden, ausradiert von der Landkarte des jüdischen Lebens. Mit Sebulon und Naftali verbinden die Juden Untergang, Trauer, Tod, Hoffnungslosigkeit. Sebulon und Naftali stehen für ein verlorenes Land, für eine verlorene Zukunft, für Trostlosigkeit, für verlorenen Glauben. Dort will niemand sein. Daran will niemand erinnert werden, denn die Erinnerung daran drückt nieder. Aber genau dort geht Jesus hin, in eine abgeschriebene Gegend. Was für immer für die jüdische Welt verloren geglaubt ist, nimmt Jesus neu in den Blick. Dort beginnt er nach dem Bericht des Evangelisten Matthäus sein Wirken, seine Mission.
Vor diesem Hintergrund liegt in diesen zwei Namen eine Botschaft mit viel Sprengkraft. In diesem Landstrich der Hoffnungslosigkeit soll aufleuchten, wofür er steht. Dort, wo das Leben pulsiert, wo Freude und Ausgelassenheit herrschen, kann man das nämlich nicht so leicht verstehen. ......."
Aus den Predigtgedanken von Dr. Josef Keplinger