"Maria wird einen Sohn gebären ...."
Das Sonntagsblatt zum Ausdrucken und zum Nachlesen
Die Verlautbarungen der kommenden Woche
"Als Josef erfuhr, dass seine Verlobte plötzlich auf „geheimnisvolle“ Weise schwanger ist, ohne dass er der Vater des Kindes sein konnte, spürte er vermutlich im ersten Moment Verwirrung und Enttäuschung. Er verstand wohl die Welt nicht mehr. Wie soll er darauf reagieren?
Doch anders als man erwarten würde, steht im Matthäusevangelium nur: „Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.“ (V. 19)
Josef reagierte also nicht impulsiv, nicht mit Beschuldigungen und Streit, sondern besonnen. Es steht, dass ein wesentlicher Charakterzug von ihm seine Gerechtigkeit war. „Gerecht“ sind in der Bibel all jene Menschen, die auf Gott vertrauen, die nach den Weisungen der Tora leben und zum Wohl der anderen handeln. Josefs Gerechtigkeit zeigt sich darin, dass er für Maria das Beste will: Sie soll nicht öffentlich bloßgestellt, der Unzucht beschuldigt werden und eine harte Strafe erfahren, sondern Josef wollte sie in Stille und ohne Aufsehen mit einem Scheidungsbrief gehen lassen. Denn zu damaligen Zeiten war die Verlobung gleichermaßen bindend wie die Ehe und es gab genaue Bestimmungen, was in so einem Fall geschehen musste. Doch Josef setzte nicht sein eigenes gutes Recht durch, sondern handelte mit größtmöglicher Fürsorge Maria gegenüber. ....."
Aus den Predigtgedanken von Mag.a Maria Traunmüller MA