"Der Mensch ist Ebenbild und Abbild Gottes"
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Die Verlautbarungen der kommenden Woche
"...............Fragen rund um Beziehungen und ihr mögliches Scheitern
polarisieren und der Blick auf das heutige Evangelium zeigt, dass das schon zur Zeit Jesu so war: „Darf ein Mann seine Frau aus der Ehe entlassen?“
Interessant ist, dass es zuerst einmal gar nicht vordergründig um die Frage einer zerrütteten Liebesbeziehung geht. Eine Ehe einzugehen war eine Entscheidung, bei der verschiedene Gründe eine Rolle spielten. Die Liebe zwischen zwei Menschen war da wohl in den meisten Fällen nicht der erste und entscheidende Grund. Übrigens Jahrhundertelang nicht. Sie glich in vielem wohl eher dem, was man heute als Vertrag zwischen zwei Menschen bezeichnen würde, hatte mit Absicherung zu tun, diente der gesellschaftlichen Strukturierung, dem Zusammenhalt eines Volkes.
Eine solche Verbindung konnte im Judentum – so die Ansicht vieler – auch wieder gelöst werden, allerdings meist nur von Seiten des Mannes her und verbunden mit dem Ausstellen eines entsprechenden Dokuments.
Das hat einst Mose in seiner Autorität so geregelt und war Teil des Gesetzes. Frauen sind dabei oft ins Leere gefallen. Eine wirkliche Zukunft hatten die meisten von ihnen nach einer Scheidung nicht. Eine Schieflage der Sonderklasse! Und es waren zudem oft sehr lumpige Gründe, die Männer für eine Trennung anführten.
Hinter der zugespitzten Frage nach einem Ja oder Nein zur Ehescheidung hängen sich aus dieser Sicht zusätzliche Fragen an: die Frage nach der Gesetzestreue, die Frage nach der Stellung der Frau, …
Deshalb lässt sich Jesus auch nicht auf ein trockenes Ja oder Nein festnageln, sondern blickt tiefer, legt das Fundament frei, auf dem solche Fragen zu stellen sind. Und dieses Fundament findet sich im Glauben, dass alles in Gott seinen Ursprung hat und Ausdruck seiner Liebe ist. Jesus erinnert deshalb an die bildreiche Paradieserzählung. ......"
Aus den Prdigtgedanken von Dr. Josef Keplinger