"Der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein."
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"...............Die erfahrenen Fischer auf dem See Genezareth werden in eine existenzielle Krise geführt. Ein großer Sturm zieht auf, die Wellen schlagen
ins Boot, die Macht der Naturgewalten tobt, bedrohlich für Leib und Seele. Todesangst, Panik und Verzweiflung breiten sich aus.
Es gibt sie: Situationen, wo in einem Moment die Welt noch in Ordnung scheint, und im Handumdrehen alles unter einem anderen Vorzeichen steht. Wir müssen verstehen, dass die Erzählung vom Sturm auf dem See das widerspiegelt, was Menschen zu allen Zeiten immer wieder durchlebt haben und durchleben, äußerlich und vor allem innerlich.
Angst, Bedrohung, Haltlosigkeit durchleben Menschen tagtäglich. Plötzlich kann Arbeitslosigkeit und der Verlust finanzieller Sicherheit drohen. Menschen werden von Gewalt und Terrorismus getroffen, von Naturgewalten gepeinigt. Ein Schicksalsschlag lässt zusammenbrechen, was so sicher schien. Und auf einmal „steht das Wasser bis zum Hals“.
Wo ist Gott in all dieser Not? Schläft er? So fragen viele Menschen verzweifelt in einer solchen Situation.
Wo ist Gott in unserer Not? Schläft er, während wir fragen, leiden und hadern? Kümmert ihn unser Schicksal nicht? Die Seenot der Jünger führt sie nicht nur in diese existenzielle Not – in Lebensgefahr –, sondern stürzt sie vor allem auch in Zweifel. Darum diese verzweifelte Frage: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“ ......"
Aus den Predigtgedanken von Dr. Josef Keplinger