"Ich wünsche mir eine Kirche, die an die Ränder geht."
"................. Die Berufung der Kirche kommt gerade an den „Rändern der Gesellschaft“ am deutlichsten zum Ausdruck.
Zu jeder Zeit gab und gibt es Menschen am „Rand“, aus vielfältigen Gründen. Das war zur Zeit Jesu nicht anders: Menschen am Rand waren beispielsweise solche, die unheilige Tätigkeiten verrichteten: Zöllner, Prostituierte, Besatzungssoldaten, … aber genauso körperlich Gezeichnete: Lahme, Blinde, Besessene, … und eben auch Menschen, die an Aussatz erkrankt waren.
Körperliche Einschränkungen, Krankheiten verschiedenster Art, hatten gemeinsam, dass ihr Zustand als selbst verschuldet angesehen wurde, als von Gott herbeigeführt aufgrund eines unheiligen Lebens, als Strafe für eine begangene Schuld.
Weil Gott selbst sie in den Augen der Menschen verstoßen hat wurden sie auch vom Gottesdienst ausgeschlossen und gesellschaftlich gemieden. Medizin und Religion, un-heilbar und un-heilig wurde nicht getrennt und besiegelte so das Schicksal vieler. ...."
Aus den Predigtgedanken von Dr. Josef Keplinger