"Gebt Gott, was Gott gehört und dem Kaiser, was ihm gehört."
"........Letzten Samstag, während meine Frau und ich ein wenig im Hof aufgeräumt haben, davor ich das heutige Evangelium gelesen hatte, habe ich mir spontan eine Frage gestellt, die ich euch ebenfalls stellen möchte:
Ist es notwendig auch unser spirituelles Leben (die Beziehung zu Gott) und unser materielles Leben (bzw. unsere Beziehung mit der politischen und sozialen Gesellschaft aufzuräumen, zu ordnen?
Die Antwort, die Jesus den Pharisäern gibt, „Gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört“, hat in mir viele Gedanken losgetreten, besonders als ich mich auf ein Wort (vor allem ein Verb) konzentriert habe: das Verb „geben“.
Die griechische Übersetzung ist nicht „geben“, sondern sie ist genauer. In der griechischen Übersetzung finden wir das Verb „zurückgeben“. Das bedeutet also: „Gebt dem Kaiser zurück, was dem Kaiser gehört, und gebt Gott zurück, was Gott gehört.“ Anders gesagt: Gebt/geben wir „dem Kaiser“ (dem politischen Leben, dem sozialen Leben, der Gesellschaft) und Gott etwas im Austausch von jenem, was wir vom Leben bekommen haben. Ich weiß nicht, ob dieses Verb „zurückgeben“ und dieser Satz euch gefallen oder ob ihr sie als ein wenig unangenehm empfindet. Weil wenn man von „zurückgeben“ redet, ist man nicht immer begeistert. Das Verb „behalten“ klingt besser, oder? :) Habt ihr manchmal die Erfahrung gemacht, dass ihr etwas Schönes geliehen hattet (vielleicht ein schönes Buch) und dann habt ihr „vergessen“, es zurückzugeben? ........"
Aus den Predigtgedanken von Seelsorger Giuseppe Giangreco