"Niemand hat den Weingarten Gottes für sich allein gepachtet, ...."
Wozu tu ich mir das an? Es ist wohl niemand unter uns, der sich nicht hin und wieder diese Frage stellt.
Wozu investiere ich Zeit, Energie und Engagement in meinen Beruf, wenn ich den Eindruck gewinne, dass mein Bemühen ins Leere geht, dass ich nicht wirklich ernst genommen werde, dass mein Einsatz vergebene Liebesmüh ist?
Wozu investiere ich in unterschiedliche Beziehungen, in meinen Freundeskreis, in meine Familie, wenn ich merke, dass meine Bemühungen nicht wertgeschätzt werden, dass meine Zuwendung nicht erwidert wird?
Ähnlich wird es manchen gehen, die sich hoch motiviert und engagiert in unserer Kirche einbringen und nicht selten durch manche Aussagen und Entwicklungen vor den Kopf gestoßen werden.
Ich denke auch an Menschen, die sich in sozialen Bewegungen und auf politischer Ebene für Gerechtigkeit und Frieden stark machen und immer wieder erleben müssen, dass ihre Bemühungen durchkreuzt werden.
Wozu tu ich mir das an? Diese Frage klingt resignativ, aber sie ist wichtig. Sie will uns helfen nicht oberflächlich zu werden, in unserem Tun, in unseren Beziehungen. Sie will in uns die Leidenschaft retten, bei dem was wir tun.
Wozu tu ich mir das an? Das ist in gewisser Weise auch die Grundfrage hinter den heutigen Schrifttexten.
Aus den Predigtgedanken von Dr. Josef Keplinger