"Hab Geduld mit mir! Ich werde dir alles zurückzahlen."
" .............Wie können „verwundete“ Menschen gut miteinander leben?
Unbegrenzt soll Vergebung gewährt werden, sagt Jesus in einem bekannten Zahlenspiel.
Das sagt sich leicht dahin und wirft doch ganz ganz viele Fragen auf. Was meint Vergebung wirklich? Bleiben durch sie nicht wieder die Opfer auf der Strecke und erhalten die Täter einen Freibrief? Wird durch Vergebung unsere Welt eine bessere?
Vergebung heißt nicht Dinge zuzudecken, zu verschweigen, zu überspielen, schönzureden. Wo das geschieht, wird erlittenes Unrecht nur noch mächtiger.
Ich denke, dass jeder Vergebung immer ein ehrlicher Blick auf die Verwundungen und Enttäuschungen vorangehen muss, die andere uns zugefügt haben. Und damit verbunden das Eingeständnis: Ja, das gehört zu meinem Leben, das ist ein Teil meines Lebens. Das ist innerlich ein großer und gleichzeitig so wichtiger Schritt. Solange sich Menschen eine andere, vermeintlich bessere Vergangenheit wünschen, können sie nicht wirklich vergeben, nicht anderen und auch nicht sich selbst. Vergebung verändert nicht die Vergangenheit, aber sie beeinflusst die Zukunft. ....."
Aus den Predigtgedanken von Dr. Josef Keplinger