"Unsere Welt ist nicht schwarz/weiß. Unser Leben auch nicht."
"Liebe Schwestern und Brüder,
die meisten Menschen lieben es, wenn Dinge eindeutig sind. Das gibt ein gewisses Gefühl von Sicherheit. Wo etwas offen bleibt, ambivalent, widersprüchlich … ist das oft mit Angst verbunden, weil das Menschen fordert, vom Gefühl her oft überfordert.
Deshalb haben es in Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche die Populisten unterschiedlicher Couleurs so leicht: weil sie komplexe Dinge ganz einfach erklären, weil sie vorgeben die Wahrheit zu kennen und zu haben. Punkt! So ist es und nicht anders. Ein solches Denken jedoch tut einer Gesellschaft Gewalt an, weil es nichts anderes als eine große Lüge ist.
Unsere Welt ist nicht schwarz/weiß. Unser Leben auch nicht. Es gibt Ambivalenz und Widersprüche. Sich dem Leben stellen heißt: nicht vor ihnen die Augen verschließen, sondern sie fruchtbar machen in uns.
Und das berührt auch unseren Glauben, die Art und Weise, wie Menschen Gott erfahren. Davon erzählt die Heilige Schrift von Anfang an. ...."
Mit Predigtgedanken von Dr. Josef Keplinger