"Du bist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe."
"Jesus kommt an den Jordan und lässt sich taufen. Was man sehr lapidar sagen kann, ist ungemein theologisch aufgeladen. Über die Jahrhunderte haben sich Theologen den Kopf darüber zerbrochen, warum Jesus das tut, weil es auf den ersten Blick nicht passend ist.
Der Täufer Johannes verkündet in der Wüste am Ufer des Jordan, dass Gottes Strafgericht nahe bevorsteht. Bestehen werden nur die können, die rechtzeitig umkehren und die ein echtes Zeichen des Umkehrwillens setzen. Wer zu ihn in den Fluss hineinsteigt, bekennt sich als SünderIn.
Im Untertauchen kommt zum Ausdruck, dass der „alte Mensch“ – der sündige Mensch – regelrecht „ersaufen“ soll, damit ein „neuer Mensch“ – ein Mensch mit einem festen Willen zum Guten – auftauchen und ein neues gottgefälliges Leben beginnen kann.
So weit so gut – nur: Warum reiht sich jetzt Jesus wirklich in die Schlange der Wartenden ein? In ihm ist keine Sünde. Er braucht keine Bekehrung. Deshalb dieses Erschrecken des Täufers, als er in die Augen Jesu schaut. ...."
Aus den Predigtgedanken: Dr. Josef Keplinger