"Der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet."
" .......Aber diese Bilder, die sich da vor 2000 Jahren festgemacht haben und die der Evangelist, dürfen nicht den Kern des Textes überlagern: dass nämlich die Ankunft des Menschensohnes ein Heilsereignis ist, die Erfüllung christlicher Sehnsucht. Die Bilder drumherum sind zeitbedingt und auch ein Stück weit nebensächlich.
Wenn uns heute jemand fragen würde, wie wir es uns vorstellen, wenn Christus die Welt vollendet, würden wir wohl in Bildern unserer Tage sprechen. Zentral ist die innere Haltung der Menschen, nicht das äußere Geschehen. Zentral ist die Haltung der Wachsamkeit, die den Hörerinnen und Hörern ans Herz gelegt wird. Die Glaubenden sollen täglich mit ihm rechnen, aus ihm und auf ihn hin leben.
Wachsamkeit kann auch übersetzt werden als Achtsamkeit. Vielleicht ist dieses Wort den Menschen unserer Zeit näher. Ich glaube zudem dieser Begriff tritt noch ein Stück deutlicher die Aussageabsicht des Evangeliums und die Grundhaltung, in die der Advent uns führen will. Bekanntlich sind es ja drei Dimensionen, die den Advent prägen. Eine Dimension, die uns in die Vergangenheit schauen lässt, eine andere, die in die Zukunft weist und eine dritte, die uns fest in der Gegenwart verankert. ........"
Aus den Predigtgedanken von Dr. Josef Keplinger