"Wer von euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie."

"............Die religiösen Autoritäten Jerusalems zerren eine Frau herbei, die man beim Ehebruch ertappte. Dafür sah das mosaische Gesetz die Todesstrafe vor. Durch die Steinigung sollte verhindert werden, dass sich das Böse in der Mitte des Volkes Israel festsetzt und fortsetzt. Die Rechtslage ist klar, die Frau leugnet das Geschehene auch nicht. Auf welche Seite wird sich Jesus nun stellen, auf die Seite des Gesetzes oder auf die Seite des Lebens dieser Frau? Gehorcht er den Weisungen, die im Namen Gottes verschriftlicht wurden, oder lässt er sich vom Mitleid leiten, entgegen der religiösen Tradition?
In dieser Spannung steht nicht nur etwas auf dem Spiel, sondern alles: das Leben eines konkreten Menschen und die Glaubwürdigkeit Jesu als gläubigem Juden. Und genau in dieser scheinbar unauflöslichen Spannung streckt Jesus seinen Finger aus und schreibt in den Sand. ..........."
Aus den Predigtgedanken von Dr. Josef Keplinger