"Ein Licht zwischen den Wolken" - Interreligiöse Begegnung
Zur Begrüßung lud Herr Eminhazari die Vertreter*innen der katholischen Pfarrgemeinde Eferding schon jetzt zum muslimischen Fastenbrechen ein. Beim Pfarrfest 2025 waren die Vertreter von Selam bereits zu Besuch und überreichten eine großzügige Spende von € 3.000,00 zur Sanierung der Spitalskirche „als Gastgeschenk“.

Bei der diesmaligen Begegnung wurde der Film „Ein Licht zwischen den Wolken“ gezeigt, der die innerfamiliäre und dörfliche Zerrissenheit zwischen den Religionen zum Thema hatte. Auf berührende Weise wird erzählt, wie die Versöhnung und das wechselseitige Verständnis dazu führen, dass sich alle Religionsgemeinschaften ein Gotteshaus im Ort teilen.
Im anschließenden Gespräch wiesen sowohl Frau Greil-Payrhuber als auf Herr Beluli auf die gute – und lange - Zusammenarbeit zwischen der katholischen Kirche und der islamischen Glaubensgemeinschaft auf Bundesebene hin. Erst kürzlich hat der neue Erzbischof von Wien Mag. Josef Grünwidl die islamische Glaubensgemeinschaft besucht.
In Österreich gibt es bereits seit dem Jahr 1912 das Islamgesetz, das unter Kaiser Franz Joseph unterzeichnet wurde. Es gilt als Meilenstein in der Anerkennung von Minderheitenreligionen in Österreich.
Die Referenten betonten, wie wichtig Zugewandtheit ist. Dialog ist von Menschen gemacht, nicht von Institutionen und muss immer wieder neu erarbeitet werden.
Ein gemeinsames Vereinszentrum mit Moschee und einen Raum zum Beten zu haben bedeutet für Muslime in Österreich anzukommen, Heimat zu haben.
Daher entsteht nun ein neues islamischen Kultur- und Vereinszentrum in Eferding. Die Finanzierung erfolgt ausschließlich durch Spenden der Mitglieder. Dieses schöne, neue Gebäude kann dann auch für Gäste geöffnet werden – im Gegensatz zu den derzeit genützten Räumlichkeiten.
Das Zentrum ermöglicht religiöse Bildung und ist ein Schritt für ein gutes Miteinander und gegen die Radikalisierung, die in den sozialen Medien stattfindet. Imam Beluli betont, dass es keinen gewalttätigen Gott gebe!
Alle sind sich einig: „Wir haben nur diese eine Österreich, wir müssen es gemeinsam gestalten. Vielfalt ist gottgewollt.“
Die Veranstaltung am vergangenen Donnerstag ist ein Plädoyer dafür, dass interreligiöse Begegnung nicht nur auf institutioneller Ebene funktioniert, sondern auch in unserem Alltag ankommt.
Zum Abschluss gab es traditionelle Köstlichkeiten wie Pita und Baklava, die von muslimischen Frauen mit viel Liebe und großem Zeitaufwand hergestellt wurden.
Herzlichen Dank für das Engagement!
Text und Bilder: Silvia Wenzelhuemer