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So. 05.10.25

Schöpfungsverantwortung heißt verändern und bewahren zugleich

Gedanken von Claudia Korinek

Der vierzig Jahre alte Apfelbaum im Garten meines Elternhauses trägt heuer wieder so viele Früchte, dass sich die Äste biegen, bis März konnte ich dieses Jahr noch Apfelkuchen damit backen, weil diese Sorte Äpfel auch bei der Lagerung über den Winter gut ihren Geschmack und ihre Konsistenz behält. Jahr für Jahr treibt der Baum Blüten, aus denen im Herbst die Früchte reifen – ohne menschliches Zutun.

So wie diese Äpfel schätze ich auch das Gemüse, das ich jede Woche vom Biohof geliefert bekomme. Mehr als vierzig verschiedene Gemüse- und Obstsorten werden dort übers Jahr angebaut und geerntet. Mit viel Einsatz, Interesse und Zuwendung wird mit der Natur gearbeitet, um durch biologische Landwirtschaft die Zukunft unseres Ökosystems zu sichern und unsere Gesundheit zu fördern.

Es braucht Veränderung und zugleich auch Festhalten am Zustand, wie er ist, das zeigt sich in unserem Verhältnis zur Natur und zum Leben auf unserer Erde. Vielfältiges Wachsen und Gedeihen im Kreislauf der Zeit funktioniert aus innerem Antrieb. Kommt menschliche Anstrengung hinzu, lässt sich zusätzlicher wunderbarer Reichtum an Nahrungsmitteln ernten. Das Kreieren, das Wert-Schöpfen ist eine menschliche Gabe, aus der für findige Menschen Aufgaben wachsen und neue Ziele mit klugen Plänen.

Visionen von einer Welt in Freiheit und Gerechtigkeit

So, in diesem Sinne ist wohl auch der Verantwortungs-Auftrag in den biblischen Schöpfungstexten gedacht, vielen Blickpunkt-Leser:innen vermutlich von Kind an vertraut: Gott schuf die Menschen nach seinem Bild, männlich und weiblich, segnete sie, indem er sprach: „Seid fruchtbar und mehrt euch, füllt die Erde und bemächtigt euch ihrer...“ (Gen 1,22)

Der hymnische Text am Anfang der Genesis ist in einer großen Krise in der Geschichte des Volkes Israel entstanden, eine fremde Macht hat die Herrschaft des Landes gewaltsam an sich gebracht und den Tempel zerstört. Unterdrückung der Menschen durch die neuen Machthaber war die Folge, das heißt Verlust der Freiheit und Zerstörung auch der immateriellen Lebens- und Entwicklungsgrundlage. Jene, die den Tempel und das Gut der Jahwe-Religion gehütet hatten, mussten fliehen. Die grundlegenden Fragen nach dem Verhältnis zu diesem Jahwe wurden neu gestellt. In diese Situation hinein spricht der biblische Text: Es ist nicht nur eine einfache Darstellung von Bildern über die Ordnungen in dieser Welt, er bringt vor allem Visionen von einer besseren Welt zum Ausdruck, die geprägt sind von einem grundsätzlichen Wunsch nach Freiheit und Gerechtigkeit. Für alle ist Platz, jedem Lebewesen seinen Lebensraum zur glückenden Entfaltung, so ist es gut . Sechsmal heißt es im Schöpfungs-Hymnus: „Und Gott sah, ja es war gut“ und schließlich liest man, dass Gott im Rückblick sagt: „Sieh hin, es ist sehr gut“ (Gen 1, 31).

Die Gabe des Wertschöpfens hat verhängnisvolle Nebenwirkungen

In den großen Erzählungen über den Ursprung der Welt und des Lebens erfahren wir etwas über Fragen, Ängste und Visionen, die Menschen in allen Zeiten und in allen Kulturen beschäftigen. Werte und Normen, die darin begründet sind, bilden Merkmale jeder Zivilisation und des menschlichen Wesens. Mit ihnen verbindet sich auch ein Auftrag, Verantwortung zu übernehmen füreinander und für die Ressourcen, die die Natur zur Verfügung stellt.

Aber die geniale menschliche Gabe des Wert-Schöpfens aus den natürlichen Ressourcen hat verhängnisvolle Nebenwirkungen. Eine ist die Erd-Erhitzung mit erschreckenden Folgen, das wissen wir alle schon längst. 1972 veröffentlichte der Club of Rome einen Bericht mit dem Titel „Die Grenzen des Wachstums“ mit einer Studie über die Zukunft der Weltwirtschaft. Ausgangspunkt ist der Nachweis, dass individuelles lokales Handeln aller Menschen globale Auswirkungen hat, weit über den Zeithorizont und Handlungsraum der einzelnen hinaus. Hautnah spüren wir heute destruktive Wirkungen der veränderten Temperatur-Mittelwerte in der Erdatmosphäre: die unerträglich gewordene Hitze in der prallen Sonne, die Bewässerungsabhängigkeit unserer Gärten, die wir zur Kenntnis nehmen genauso wie das Dahinschrumpfen des Dachstein-Gletschers. Die Schäden, die wir sehen, und die Schäden, die zu erwarten sind durch zu hohe CO2-Emissionen, beunruhigen massiv, doch weder hört das das klimaschädigende Verhalten auf, noch gibt es klare, wirksame politische Regulationen, die hier vor Ort beginnen könnten!

Nachhaltig leben: eine Gemeinschaftsaufgabe

Ermutigend ist, dass ich viele Menschen kenne, die in ihrer Betroffenheit von Auswirkungen der Erderhitzung manche Lebensgewohnheiten umstellen. Sie nutzen zum Beispiel für tägliche Wege das Fahrrad, sie kaufen regionale Lebensmittel aus biologischer Landwirtschaft, sie beziehen erneuerbare Energie, sie informieren sich über Gegensteuerungsmaßnahmen zur Erderhitzung und tauschen sich darüber aus, sie setzen Initiativen und Zeichen oder beteiligen sich an Plänen, Maßnahmen oder Aktionen, von denen sie hoffen, dass sie eine Veränderung in Gang bringen können: nicht ausschließlich den individuellen materiellen Wohlstand anzustreben, sondern vor allem Lebensqualität durch Zusammen-Denken, weitblickendes Handeln und Entwicklung wertschätzender Kommunikation.

Eine solche Initiative, gegründet von Menschen aus der katholischen und aus der evangelischen Pfarre, ist das Team Schöpfungsverantwortung, seit 2017 umsichtig geleitet von Elisabeth Höftberger, im Juni 2018 holte es mit dem Projekt „Raise aWAREness“ den Kirchlichen Umweltpreis in der Kategorie Beschaffung und Bewirtschaftung nach Bad Ischl. Engagierte Menschen bemühen sich gemeinsam, das Bewusstsein für ein nachhaltiges Leben aus dem christlichen Glauben heraus in Bad Ischl stetig zu vergrößern und sie setzen sich dafür ein, das Leben in der Pfarre klimafreundlich und nachhaltig zu gestalten, zu schauen: Wo kann Energie gespart werden, wo können wir Gebrauchtes wiederverwerten, statt Neues zu kaufen, wo können wir regionale Produkte konsumieren, statt solche, die von weit her und CO2-intensiv transportiert werden, wo können wir andere informieren und anregen, den Lebensstil ein wenig zu ändern.

Im September 2020 gelang es nach einem Bewerbungsprozess, den Elisabeth Höftberger initiiert und, unterstützt vom Team, sorgfältig betrieben hat, die Pfarre Bad Ischl als Klimabündnis-Pfarre zertifizieren zu lassen.

Seither sind einige Jahre vergangen, die Bemühungen, den Richtlinien einer Klimabündnis-Pfarre zu entsprechen sind aufrecht geblieben. Aber Hoffnungen dahingehend, dass in der Region und in der Stadt Bad Ischl eine Reduktion von CO2-Emissionen zum Programm gemacht wird und somit eine Vorbildwirkung erzielt wird für andere Gemeinden, sind nicht erfüllt worden.

Gemeinsam für eine enkeltaugliche Zukunft: Red-mit-Café

2023 war ich mit Leidenschaft dabei, als das Team Schöpfungsverantwortung erstmals ein Klima-Café organisierte – ein Zusammenkommen in lockerer Atmosphäre für den Austausch zu einem ökologisch und sozial gerechten Lebensstil und zu möglichen konkreten Schritten, die wir setzen können, um unsere Region in eine „enkeltaugliche“ Zukunft zu bringen. Denn was wir jetzt tun, hat Folgen für das Leben künftiger Generationen in vielen Bereichen, nicht nur, was Umwelt und Klima betrifft, auch im Hinblick auf soziale Gerechtigkeit und demokratische Gesellschaftsgestaltung. Beim Vorbereiten für das nächste Zusammentreffen im Klima-Café haben wir den Namen geändert: Es heißt nun „Red-mit-Café“, immer noch geht es um die Klima-Erhitzung, aber noch vielmehr um das Mitreden: Das Team Schöpfungsverantwortung hatte von Anfang an eine Vernetzung im Sinn, eine Vernetzung von Menschen, die aus Verantwortungsbewusstsein heraus etwas tun wollen für die Region, für ein gutes Leben für alle unter Berücksichtigung der Ressourcen unseres Planeten, für Bildung, aber auch für eine wertschätzende, lösungsorientierte Kommunikation. Eine logische, sehr nahe liegende Kooperationspartnerin ist die Bibliothek in Bad Ischl, eine Drehscheibe für Kommunikation und Bildung mit viel Engagement für Kultur und Zusammenarbeit, weitere Kooperationsmöglichkeiten bieten sich an mit dem Ischler Weltladen, einer Institution, die für weitsichtige soziale Gerechtigkeit arbeitet, mit der Tauschkreis-Initiative „Wir gemeinsam“ und auch mit „EEG (Erneuerbare Energiegemeinschaft) Ischlstrom“.

Wir wollen, dass Schritte gesetzt werden für eine ökologisch nachhaltige Gestaltung unserer Region, dass etwas Wirksames geschieht in Sachen CO2-Reduktion und für den Erhalt der Biodiversität: Etwas verändern, damit unser Lebensraum auch für zukünftige Generationen lebenswert, ökologisch vielfältig und gesund bleibt. Wir sehen uns mitverantwortlich für eine ENKELTAUGLICHE GESTALTUNG unseres regionalen Lebensraumes.

Bei einem Red-mit-Café kann jede:r dabei sein, Ideen einbringen, mitgestalten. Vielleicht möchten Sie Teil dieses Netzwerks sein? Informationen über Termine und Vorhaben gibt es in den Bad Ischler Pfarren und in der Bibliothek.

Claudia Korinek

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