Thursday 24. October 2019
Pfarre Adlwang

Wallfahrtsgeschichte

Seit 1330 ist die Marienwallfahrt nach Adlwang nachweisbar. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts führte man aufgrund des regen Wallfahrerzustroms einen gotischen Kirchenbau auf, der 1552 durch den prächtigen spätgotischen Chorraum vollendet wurde.

Reformation und Bauernkriege setzten der Wallfahrt ein Ende. Das Gnadenbild, die „Schmerzhafte Muttergottes von Adlwang“, eine Steingussarbeit aus der Spätgotik (ca. 1410), soll in einem Ameisenhaufen diese Zeit überdauert haben.

Gebetserhörungen, Krankenheilungen und besonders das Verschontbleiben von der Pest führten zum neuerlichen Anstieg der Wallfahrt. Vier Patres des Stiftes Kremsmünster versahen im Superiorat Adlwang ihren Dienst an den Wallfahrern. Einen besonderen Zustrom erlebte Adlwang 1755, als sich auf dem Bild des „Kreuz-tragenden Heilands“ Blutstropfen zeigten.
Die Kirchenreform von Kaiser Joseph II. führte zu schweren Einschränkungen der Wallfahrt bis hin zum Verbot, öffentlich den Rosenkranz zu beten. Seit 1785 ist Adlwang selbständige Pfarre mit nur einem Priester.


Wallfahrtsblüte im Spätmittelalter

Die florierende Wallfahrt des Spätmittelalters machte eine Erweiterung des Kirchleins erforderlich. Dies wurde durch einen Kirchenbauablass ermöglicht, den Papst Eugen IV. im Jahr 1431 erteilte. Zur Erlangung des Ablasses war beim Besuch des Gnadenortes neben Beichte und Kommunion auch eine Spende zugunsten des anstehenden Kirchenbaues erforderlich. So erhielt die alte Gnadenkapelle in den Jahren von 1431-1451 einen wahrscheinlich zweischiffigen Erweiterungsbau, der in seinem Ausmaß (18,50 x 12 m) die Ausdehnung des heutigen Langhauses der Kirche umfasste. Hiervon ist heute noch der untere Teil der Westwand samt gotischem Portal vorhanden.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts, also bereits in der aufkeimenden Reformationszeit, trat an die Stelle der alten Kirche ein mächtiges Presbyterium, das nach einer Inschrift im Gewölbe 1552 vollendet worden sein dürfte. Vom gleichzeitig errichteten massiven Turm konnten allerdings nur mehr zweieinhalb Geschoße fertig gestellt werden.
 

Krise und Wiederbelebung der Wallfahrt

Reformation und Bauernkriege brachten die Wallfahrt zum Erliegen. So war die Kirche um 1600 verödet. Ab 1620 setzte die katholische Gegenbewegung ein. Das Adlwanger Gnadenbild wurde unter einem Ameisenhaufen wieder entdeckt und am Auffindungsort auf eine Säule gestellt. Das Mirakelbuch vermeldet, dass sich die Ameisen lange Zeit nicht vertreiben ließen, was dem Gnadenbild im Volksmund die Bezeichnung „Maria im Ameisenhaufen“ eintrug.

Unter dem Kremsmünsterer Abt Placidus Buechauer (1644-1669) musste das Langhaus ab 1654 neu errichtet werden. Jahrelang hatte das gotische Gewölbe mit Balken gestützt werden müssen. Die Pilger waren „mit großen forchten in der Kirch gesessen“, wie ein Visitationsbericht erzählt. Da der

Maurerpolier bei der Errichtung des Gewölbes zuviel Lehm statt Kalk verwendet hatte, drohte es 1678 kurz vor der Fertigstellung einzustürzen und musste nochmals aufgebaut werden. Dadurch fehlten wohl die Mittel für Deckenfresken. Zu dieser Zeit (ab 1653) stand bereits der barocke Hochaltar im Presbyterium.
 

Blüte der Wallfahrt im Spätbarock

Ab 1660 steigerte sich die Zahl der jährlichen Gottesdienste von 77 auf 140. Die Wallfahrt erreichte eine neue Blüte vor allem durch den Umstand, dass Adlwang im Gegensatz zu anderen Wallfahrtsorten insbesondere 1680 von der Pest verschont blieb. Darüber hinaus verbreiteten sich Berichte von zahlreichen Wunderheilungen, die allesamt im Mirakelbuch verzeichnet sind.

Im Jahr der Fertigstellung des Langhauses 1679 errichtete das Stift Kremsmünster zur Betreuung der Wallfahrer ein eigenes Benefiziat in Adlwang. Dieses erhob Abt Erenbert II. im Jahre 1700 zum Superiorat mit vier Priestern, die nun ständig am Ort wohnten. Dazu wurde der Pfarrhof in der heutigen Form gebaut. Bis 1784 sind 12 Superiore und 77 Stiftspriester verzeichnet, die hier als Beichtväter in dem eigens errichteten Beichthaus wirkten. In diesem Gebäude neben der Kirche sind heute Pfarrsaal und Pfarrbibliothek untergebracht.

Einen besonderen Zustrom an Wallfahrern erlebte Adlwang 1755, wo 46.764 Kommunikanten gezählt wurden. Auf dem Bildnis des „Kreuztragenden Heilands von Adlwang“ hatten sich Blutstropfen gezeigt, die selbst der Welser Maler Andreas Heindl, bekannt durch seine Rokoko-Ausmalung der Pfarrkirche von Pfarrkirchen bei Bad Hall, als nicht natürlichen Ursprungs attestierte.
 

Rückgang der Wallfahrt im Zeitalter der Aufklärung

Die Kirchenpolitik von Kaiser Joseph II. brachte auch für Adlwang einen jähen Rückgang der Wallfahrt. Das Superiorat wurde aufgelöst und 1784 eine Pfarre mit nur einem Priester errichtet. Ziel war es, die Wallfahrt möglichst zum Erliegen zu bringen. Das Gnadenbild sollte vom Hochaltar weichen, was beherzte Adlwanger Frauen zu verhindern trachteten. Das für den Hochaltar per Regierungsbeschluss vorgesehene Kreuzigungsbild im Ausmaß von vier mal zwei Metern war 1790 vom Steyrer Maler Franz Gürtler angefertigt worden und sollte dem Gnadenbild seine Verehrung entziehen. Es wurde aber von frommen Frauen aus Adlwang unverzüglich entfernt. Ortspfarrer und Abt mussten nachgeben. Heute gilt dieses Bild als verschollen.


Die Wallfahrt heute


Im 19. Jahrhundert erholte sich die Wallfahrt langsam wieder, erreichte aber infolge eines anderen Zeitgeistes nie mehr das Ausmaß des 17. und 18 Jahrhunderts. Das gläubige Volk hält aber bis heute an der Wallfahrt fest. Da sind einmal die stillen Beter, die den Weg nach Adlwang finden. Dann die Fußwallfahrer, die besonders im Mai und Oktober aus den Pfarreien der näheren und weiteren Umgebung hierher pilgern, und schließlich erlebt Adlwang zu den „Goldenen Samstagnächten“ an den drei Wochenenden nach St. Michael (29.September) den Ansturm Tausender, die zwar auch die Kirche, aber noch viel mehr den sich ausbreitenden Kirtag bevölkern. Sie kommen in Prozessionen aus den umliegenden, aber auch weiter entfernten Pfarrgemeinden, oder mit dem Auto zum Kirtag, der an schönen Tagen an die 10.000 Besucher anlockt. Doch auch übers Jahr, besonders im Marienmonat Mai, ist Adlwang das Ziel vieler Wallfahrer. Diese „stille Wallfahrt“ findet sehr oft ihren Niederschlag im Fürbittbuch, in welches die Pilger ihre Nöte, aber auch ihren Dank für erwiesene Hilfe eintragen.


Ein weiteres Ziel der Wallfahrer ist der „Heilige Brunnen“ unterhalb der Kirche, dessem Wasser heilende Wirkung bei Augenleiden zugesprochen wird.

Evangelium von heute
Lk - Lk 12,49-53 In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden, und ich bin sehr...
Namenstage
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