FRIEDEN.LEUCHTEN
FRIEDEN.LEUCHTEN – Zeichen der Hoffnung
10. Juli bis 8. August 2026
Unsere Welt steht im Schatten zahlreicher Konflikte, von denen auch Europa nicht unberührt bleibt. Die Sehnsucht nach Frieden ist groß – über Grenzen, Konfessionen und Kulturen hinweg.
In dieser Realität setzt der Mariendom Linz ein klares Zeichen: FRIEDEN.LEUCHTEN.
Vom 10. Juli bis 8. August 2026, während der Konzertreihe Klassik am Dom, werden das Friedensfenster und dessen darunterliegende, moderne Interpretation täglich von 19.15 bis 1.00 Uhr von innen heraus beleuchtet und auf den Domplatz hinausgestrahlt – als stiller Appell für den Frieden, als sichtbarer Ausdruck christlicher Hoffnung.
Der Mariendom hat in seiner Geschichte selbst Krieg und Frieden erlebt. Seine beiden Rosettenfenster – das Kriegsfenster und das Friedensfenster – erinnern daran, wie zerbrechlich Frieden ist. Als zentraler Ort der Verkündigung der christlichen Friedensbotschaft trägt er Verantwortung: mitten im Leben der Menschen, wach für das Leid der Welt, aufmerksam gegenüber dem, was ist.
Mit FRIEDEN.LEUCHTEN setzen die Diözese Linz und Pro Mariendom, gemeinsam mit der Konzertreihe Klassik am Dom, ein kraftvolles Zeichen: für die Hoffnung, dass ein dauerhafter Frieden möglich ist.
Das Friedensfenster und seine moderne Interpretation von Karl Martin Hartmann
Im Zentrum des Friedensfensters sind die drei göttlichen (Glaube, Liebe, Hoffnung) und die vier Kardinaltugenden (Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit, Mäßigung) dargestellt. Die sieben Felder unterhalb der Rosette zeigens ehr anschaulich die sieben Werke der Barmherzigkeit anhand beispielhafter Heiliger, wie der Hl. Elisabeth (Hungernde speisen), dem Hl. Benedikt (Fremde beherbergen), der Hl. Odilia (Dürstende tränken), und weiteren.

1996 hat der Künstler Karl Martin Hartmann eine moderne Interpretation des Friedensfensters geschaffen. Dieses Tympanonfenster ist unter dem Rosettenfenster zu sehen. Der Blick wird auf eine große weiße, zentral gesetzte Fläche gelenkt. Das nicht näher definierbare Element kommt einem weißen Tuch oder einem Eingang in eine neue Sphäre gleich. Neben Vierecken bestimmen auch kleine Kreise, Symbole der Unendlichkeit, und so auch der Liebe Gottes, die unzähligen kleinen orange-roten Farbsplitter.
Dompfarrer em. Dr. Maximilian Strasser über die Fenster
"Die moderne Interpretation des Kriegsfensters ist geprägt von einem weißen Spalt, der sich von oben bis unten durchzieht; links davon ist in jedem kleinen Viereck ein Davidsstern und rechts in jedem kleinen Viereck ein Kreuz zu sehen. Die Spaltung zwischen Juden und Christen ist im Laufe vieler Jahrhunderte zu einer Feindschaft geworden, die sich aus dem ursprünglich religiösen Kontext gelöst, verselb-ständigt und zur Vernichtung der Juden im Nationalsozialismus geführt hat. Anstelle der Davidssterne und der Kreuze könnten auch andere Zeichen von Religionen, Konfessionen und Weltanschauungen, vielleicht auch von politischen Parteien stehen, die einander feindlich gegenüberstehen, zwischen denen ein garstiger Graben liegt, der ein Miteinander unmöglich macht.
Im Friedensfenster von Hartmann sieht man eine weiße Mitte (einen Tisch, einen Kasten – einen Thora-Schrein? – oder eine Öffnung in die Weite). Rund herum sind in jedem kleinen Viereck Sterne, Kreuze, Kreise, Vierecke – bunt gemischt – zu sehen. Unterschiedliche Menschen, Religionen, Konfessionen, Weltanschauungen und politische Gruppierungen in einem friedlichen Miteinander.
Die beiden Rosettenfenster und ihre jeweils moderne Interpretation rufen die triste Wirklichkeit und die tiefsten Wünsche von Menschen auf. Zwischen der Erfahrung von Feindschaft und Krieg einerseits und der Sehnsucht nach Frieden anderseits hören wir die Texte der Heiligen Schrift, beten wir, feiern Gottesdienst und wünschen einander den Frieden – heute in einer versöhnten Verschiedenheit der christlichen Kirchen."