mehr vernetzen

mehr.vernetzen
Was bedeutet es wohl, sich (noch) mehr zu vernetzen? Die Frage in der Fastenzeit zu stellen, wirkt bezogen auf den digitalen Raum doch wohl ein wenig provokant, wo es doch Menschen gibt, die sich 40 Tage bewusst aus ihren Vernetzungsportalen zurückziehen oder ihren Digital-Konsum einschränken. Aber mehr.vernetzen ist für mich ein Mehr-an-Beziehung-Wollen, nicht nur ein Austausch mit gleichgesinnt Interessierten in sozialen und B2B-Netzwerken. Vernetzen ist für mich ein ehrlicher Austausch, ein In-Beziehung-Treten, ein Öffnen neuer Perspektiven, aber auch ein Zusammenstehen. Das #Standtogether wird zum Inbegriff des Netzwerkens.
mehr.glück
Ohne vernetzte digitale Plattformen wäre es mir wahrscheinlich nicht möglich gewesen, mich nach 30 Jahren auf die Suche nach meiner Gastfamilie in England zu machen. Das „Dear Severin, hope you are fine“ aus einem Brief, den ich beim Keller-Entrümpeln im letzten Sommer fand, ließ mich plötzlich nicht mehr los. Erinnerungen kamen hoch, Bilder, Personen, Orte, Eindrücke. Also machte ich mich auf die Suche. Immer wieder und wieder warf ich mein Netz aus, vernetzte mich anfangs auch mit den falschen Leuten, schrieb Fremden persönliche Nachrichten ohne Erfolg.
mehr.dankbarkeit
Eigentlich hatte ich schon resigniert, aber dann auf einmal eine Nachricht in meiner Inbox: „Hello mate, Mum would like to message you.“ So beharrlich wie an diesem Abend hatte ich noch nie versucht, mich mit einer Person im digitalen Raum zu vernetzen. Mit Erfolg. Nach über 30 Jahren stehe ich seither wieder in Verbindung mit Menschen, die mich damals Teil ihrer Familie sein ließen. Beinahe wöchentlich schreiben wir uns, telefonieren, tauschen Fotos aus, sind in Beziehung. Ein mehr an Vernetzung wurde so zu einem mehr an Glück und einem mehr an Dankbarkeit.

